Wissenschaft

Haben Forscher die ersten Hinweise für Higgs-Boson?

Das renommierte Forschungszentrum CERN hat in seinem Large Hadron Collider die ersten Hinweise für theoretisch vorhergesagte Higgs-Teilchen (auch Higgs-Boson) gefunden, diese Nachricht versetzte die Wissenschaft in helle Aufregung. Schon seit längerem weiß man, dass Atomkerne sich aus mehr Teilchen zusammensetzten, als nur aus Neutronen und Protonen, längst kennt man kleinere, subatomare Teilchen wie Quarks, Leptonen und Eichbosonen, in dieser komplizierten Welt der Elementarteilchen (aus denen wiederum die Atomkerne, und damit die gesamte Materie schlussendlich besteht) sind über 50 kleinste Teilchen bislang bekannt. Higgs-Teilchen spielen deswegen solch eine große Rolle, weil sie die gesamte wissenschaftliche Erklärung der Teilchenphysik und deren mathematische Formeln bestätigen kann, wiewohl dass Teilchen selber schwer nachzuweisen ist.

Das Higgs-Teilchen erklärt im Modell der Teilchenphysik und damit in der Quantenphysik, warum Materie überhaupt Masse aufweist. Demnach werden umherfliegende Elementarteilchen von einem so genannten Higgs-Feld abgebremst, durch diese Wechselwirkung bekommen Elementarteilchen Masse zugewiesen. Je größer, bzw. je mehr Masse ein Teilchen hat, desto mehr versetzt dieses das Higgs-Feld in Schwingungen, und diese Schwingungen sollen sich als Higgs-Boson beweisen lassen. Beweist man das Higgs-Teilchen (vielmehr dessen Spaltprodukte), ist das Higgs-Feld bewiesen und damit erklärt, warum Materie Masse aufweist.

Das Higgs-Teilchen wurde 1964 nahezu zeitgleich von drei Forschergruppen vorrausgesagt, zum einem vom britischen Physiker Peter Higgs, von Francois Englert Robert Brout und der Forschergruppe um Hagen, Kibble und Guralnik. Der Nachweis des Higgs-Boson würde das Standardmodell der Teilchenphysik bestätigen. Doch nach den Vorkommnissen um die Neutrinos, die schneller als Licht sein sollten (was nicht stimmte), ist man bei CERN vorsichtiger geworden. Man müsse erst einmal alle Daten auswerten, bis man verlässliche Ergebnisse hätte, sagte die Forschungsleiterin des ATLAS-Projektes Fabiola Gianotti. Auch Guido Tonelli, Leiter des zweiten Projektes CMS, gab sich vorerst bedeckt. Eine offizielle Auswertung soll erst im nächsten Jahr folgen.

Doch selbst wenn man die Higgs-Teilchen nachweisen könnte, jede beantwortete Frage der Wissenschaft warf stets neue und meist kompliziertere Fragen auf. So ist bislang im Standardmodell der Teilchenphysik der Faktor Gravitation gar nicht berücksichtigt, doch Einstein hat in Sachen Gravitation bislang unerschütterliche Theorien erbracht, ein Modell, dass beide Wissenschaften in Einklang bringen könnte, fehlt bislang noch. Doch der Nachweis des Higgs-Boson wäre ein weiterer Schritt für die Wissenschaft auf ihrem Weg, die Welt zu erklären.



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