Konjunktur

Handelsvereinbarung zwischen USA und EU- Hormonstreit beendet?

Das EU-Parlament hat einer Handelsvereinbarung zwischen den USA und der EU zugestimmt, damit dürfen aus den USA und Kanada jährlich 48.200 Tonnen Fleisch, und zwar hormonell unbehandeltes Fleisch, in die EU eingeführt werden. Nun stellt sich die Frage, ob der seit 20 Jahren schwelende Streit um hormonbehandeltes Fleisch aus den USA beigelegt werden kann, denn im Gegenzug werden die USA Einfuhrbeschränkungen für landwirtschaftliche Produkte aus der EU aufheben. Der Einfuhrstopp auf hormonbehandeltes Fleisch bleibt von dieser Vereinbarung allerdings unberührt, wiewohl die WTO schon 1997 feststellte, dass diese Einfuhrbeschränkung gegen die Bestimmungen des freien Handels verstoßen würde.

Kein hormonbehandeltes Fleisch aus den USA seit 1988

Seit 1988 hat die EU, damals noch als EG, die Einfuhr von hormonbehandeltem Fleisch aus den USA untersagt. Über 90 % der damaligen Fleischproduktion in den USA bediente sich bei der Mast sechs verschiedenen Wachstumshormonen, die Tiere sollen schneller wachsen und schneller schlachtreif werden. Die Hormonbehandlung stieß dabei auf die Kritik der EU, da gesundheitliche Folgen für den Endverbraucher befürchtet wurden. Doch auch in den USA erfolgte ein Umdenken, die beanstandeten Hormone werden längst nicht mehr eingesetzt. Im Gegenzug lieben die Verbraucher in den USA Käsesorten aus Europa, wie Stilton oder Roquefort. Doch im Zuge des Handelsstreites hatten die USA die Einfuhr dieser Käsesorten eingeschränkt. Die neue Handelsvereinbarung könnte also auch den Landwirten in der EU helfen, noch mehr Produkte abzusetzen, der Weg für einen freuen Handel der Landwirtschaftsgüter könnte nun begangen werden.

Einfuhrstopp für EU-Fleisch seit 15 Jahren

Nach Ausbruch der so genannten BSE-Krise hatten die USA einen Einfuhrstopp für Fleischprodukte aus der EU verhängt, diese Handelseinschränkung könnte nach 15 Jahren fallen. Das US-Landwirtschaftsministerium hat hierzu in der letzten Woche entsprechende Schritte angedeutet. Die aktuelle Handelsvereinbarung datiert schon aus dem Jahr 2009, die Zustimmung des EU-Parlaments war dabei notwendig. Damit sollen auch die Handelseinschränkungen für Schokolade, Milchprodukte und Marmeladen aus der EU in die USA fallen. Profitieren würden insbesondere Landwirte aus Italien, Polen und Griechenland. Das geschätzte Handelsvolumen für derartige Produkte wird mit ca. 200 Millionen Euro jährlich angegeben. Die Handelsvereinbarung zur Fleischlieferung könnte wirklich als Öffner für einen freien Handel zwischen den USA und der EU dienen.

 



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