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Hartz IV: Geschlechterunterschiede bei Sanktionen

Laut dem Grundgesetz genießen Frauen und Männer Gleichberechtigung. Dieses Grundrecht scheint zumindest auf das Jobcenter in Bezug auf die Behandlung von nicht arbeitswilligen Hartz IV-Empfängern nicht zuzutreffen. Demnach kürzt, nach einer Studie des IAB zufolge, das Jobcenter männlichen Hartz-IV-Empfängern nahezu doppelt so häufig die Bezüge wie weiblichen Beziehern.

Erliegen Sachbearbeiter den weiblichen Reizen?

Als eventuelle Ursache machen die Autoren der Studie eine geringere Kooperationsbereitschaft der Männer aus. Kann es aber auch einfach daran liegen, dass männliche Sachbearbeiter eher den weiblichen Reizen erliegen und daher weniger hart mit den Frauen ins Gericht gehen als mit den Männern? Dieser These gilt es, seitens der Forschung zukünftig nachzugehen.

Frauen mit Kindern werden nach der IAB-Studie so gut wie überhaupt nicht die Bezüge gekürzt, wenn diese eine zumutbare Arbeit ablehnen. Bei Familien, in denen beide Partner Hartz-IV beziehen, werden fast nur die Männer zu Arbeitsmaßnahmen herangezogen, so die Studie. Doch auch kinderlose Frauen werden der Studie zufolge weniger häufig sanktioniert als Männer.

Hochschulabsolventen und Ältere müssen kaum Sanktionen befürchten

Interessant ist, dass ältere Arbeitnehmer über 50 Jahren so gut wie überhaupt nicht mit Sanktionen konfrontiert werden. Gleiches gelte für Hochschulabsolventen. Nach den geltenden Gesetzen müssen arbeitssuchende sich bemühen eine Tätigkeit aufzunehmen, um ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Bei Hartz-IV-Empfängern gilt Ähnliches. Zumutbare Arbeit oder Wiedereingliederungshilfe darf demnach nicht abgelehnt werden, es sei denn, es gibt triftige Gründe dazu. Andernfalls drohen Sanktionen.



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