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Hauptstadtflughafen BER: Arbeiten offenbar fast ruhend

Die Baustelle des Berliner Hauptstadtflughafens (BER) hat sich seit der letzten Prüfung offenbar kaum verändert. Wie Prüfer des Verkehrsministeriums festgestellt haben, hätten sich laut einem internen Bericht nur “geringfügige Aktivitäten“ seit der letzten Überprüfung ergeben.

Demnach befänden sich immer noch Tausende von Quadratmetern im Zustand des Rohbaus. Seit dem Sommer hat sich wie die „Bild am Sonntag“unter Berufung auf ein internes Protokoll des Bundesverkehrsministeriums mitteilt, offenbar auf der Baustelle des Flughafen zu gut wie nichts getan.

Zu kurz geratene Rolltreppen?

Wie die „Bild am Sonntag“ zudem berichtet, würde Regenwasser in die Öffnung des Lüftungssystems laufen. Zudem habe das Brandschutzkonzept des nahe gelegenen Bahnhofs keine Verbindung zu der Brandmelder-Systemanlage des Hauptstadtflughafens. Außerdem seien bei der Wandverkleidung von Aufzügen keine brandsicheren Dübel benutzt worden. Des Weiteren sollen einige Rolltreppen zu kurz geplant worden sein. Die Planung des Hauptstadtflughafens stellt sich mittlerweile als planerische Katastrophe heraus.

Flughafeneröffnung bereits mehrfach verschoben worden

Daneben gilt die Fehlplanung jedoch auch als politisches Desaster für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Die Eröffnung des Flughafens wurde bereits mehrfach verschoben. Offenbar wird die Eröffnung des Airports im Oktober 2013 ebenfalls nicht zu Stande kommen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte sich bereits mehrfach für die Ablösung des Flughafenchefs Rainer Schwarz ausgesprochen. Klaus Wowereit (SPD) der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt unterstützt Schwarz jedoch weiterhin.

Wie der Regierende Bürgermeister gegenüber der “Berliner Morgenpost“ mitteilt, habe der Aufsichtsrat zusammen mit den Vertretern des Bundes dafür plädiert, nicht die komplette Geschäftsführung des Flughafens auszuwechseln. Insbesondere läge der Baubereich des Flughafens Berlin-Brandenburg nicht im Geschäftsbereich von Rainer Schwarz. Aus diesem Grunde sieht Wowereit offenbar auch kein Grund den Flughafenchef auszuwechseln. Im Gegensatz zu Bundesbauminister Peter Ramsauer, dieser hatte sich bereits mehrfach für die Ablösung von Schwarz als Konsequenz aus den planerischen Verfehlungen ausgesprochen.

Wowereit in der Kritik, Platzeck nicht

Der Berliner Hauptstadtflughafen entwickelt sich indes immer mehr zu einer regelrechten Politik-Satire. Während Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) trotz ebenfalls vorhandener Verantwortung für den Flughafen Berlin-Brandenburg nahezu überhaupt nicht in der öffentlichen Kritik steht, arbeitet sich die gesamte Medienlandschaft inklusive der politischen Gegner an dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit ab. Verantwortung für das Bauprojekt tragen jedoch beide Regierungschefs gleichermaßen.

Insofern stellt sich die berechtigte Frage, warum beiden Regierungschefs während der jeweiligen Aufsichtsratssitzung nichts verdächtiges aufgefallen sein will. Auch wenn beide nicht als planerische Fachleute anzusehen sind, hätten diese jedoch die Planung im Rahmen ihrer Kontrollfunktion besser überprüfen müssen. Letztlich bringt es jedoch keiner Seite etwas, wenn nunmehr auf den öffentlichen Repräsentanten der betroffenen Bundesländer herumgetreten wird, stattdessen sollte alles dafür getan werden, damit der Flughafen in Betrieb kommt.



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