Gesundheit

Hautkrebs auf dem Vormarsch

Hautkrebs gilt als die häufigste vorkommende Krebsart in Deutschland. Laut dem GEK-Report der Barmer ist die Zahl der Hautkrebspatienten stark angestiegen.

Ein Grund hierfür sei, dass das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, oft unterschätzt würde. Hautkrebs sei jedoch leicht zu verhindern.

Hautkrebs hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen

Die Fälle an denen Patienten an der gefährlichsten Form, dem schwarzen Hautkrebs erkrankt sind, haben im Zeitraum von 2005 bis 2012 um 60 Prozent zugenommen. Bei hellem Hautkrebs waren es sogar 80 Prozent.

Im Jahr 2012 erhielten etwa 1,6 Millionen Menschen, die Diagnose Hautkrebs. Dies entspricht etwa zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland, erklärte die Barmer.

Hautkrebs wird unterschätzt

Rolf-Ulrich Schlenker, GEK-Vorstand von Barmer, gibt zu bedenken, dass Hautkrebs ein deutlich unterschätztes Krankheitsrisiko bergen würde. Zudem sei Hautkrebs vermeidbar.

Prophylaxe-Maßnahmen schützen vor der Krebserkrankung. Im frühen Stadium sei Hautkrebs heilbar, fügte er hinzu.

Hautkrebs-Vorsorge-Untersuchung für Versicherte ab 35

Hautkrebs ist nur dann heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Hautkrebs-Vorsorge-Untersuchung. Diese kann alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden. Die Kosten werden aber nur für Versicherte ab 35 Jahren übernommen.

Schlenker hält diese Altersgrenze für problematisch. Er erklärte, dass schließlich jährlich mehr als 50.000 Menschen an Hautkrebs erkranken, die jünger sind als 35 Jahre. Die Früherkennungsgrenze solle aus diesem Grund gestrichen werden.

Mehrkosten für Krankenkassen

Wenn der Forderung von Schlenker nachgekommen würde, bedeute dies Mehrkosten für die Krankenkassen. Viele Vorsorgeuntersuchungen werden zudem mit Zweifeln betrachtet.

Beim Hautkrebs-Screening sei dies anders, sagte Thomas Grobe vom AQUA-Institut in Göttingen. Auch das bösartige oder maligne Melanom hätte eine relativ günstige Prognose, erklärte er. Dies läge daran, dass es für gewöhnlich meist frühzeitig entdeckt werde.

Vorsorge-Angebote werden zu wenig in Anspruch genommen

Die Vorsorge-Angebote der Krankenkassen werden nur von etwa 30 Prozent aller Berechtigten in Anspruch genommen. Joachim Szecsenyi vom AQUA-Institut hält eine Teilnahme-Rate von 30 Prozent für ein Screening-Programm für nicht zufriedenstellend. Es müssten laut ihm 70 Prozent sein.

Wenn 70 Prozent aller Versicherten das Vorsorge-Angebot in Anspruch nehmen würde, gebe es nicht mehr 3000 Tote pro Jahr, die an bösartigen Hautkrebs sterben, hieß es weiter. Dies entspricht etwa der Anzahl Verkehrstoter, führte Szecsenyi aus. Dem fügte er hinzu, dass sich die Zahl der Tote um etwa die Hälfte reduzieren lassen würde.

In Bundesländern wird Krebs-Vorsorge kaum wahrgenommen

Laut der Barmer werden die Vorsorge-Angebote regional sehr unterschiedlich wahrgenommen.

Während die Versicherten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen überdurchschnittlich oft zur Vorsorge gehen würden, würden die Angebote in den neuen Bundesländern kaum wahrgenommen.

Schlenker erklärte, dass vielen nicht bewusst sei, wie gefährlich Hautkrebs ist.

Außerdem empfiehlt er, sich im Freien lieber im Schatten als in der Sonne zu bewegen und Kleidung anzuziehen. Als besonders wichtig erachtet er, die Nase zu bedecken. Auf die Nutzung von Solarien sollte man gänzlich verzichten. Das Alter spiele dabei keine Rolle. Zudem solle man Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor bevorzugen.



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