Unternehmen

Hewlett-Packard wechselt Spitzenpersonal aus

Angesichts sich immer weiter abschwächender Absatzzahlen auf dem herkömmlichen Desktop-PC-Markt, hat das Unternehmen Hewlett-Packard (HP) nun die Notbremse gezogen. Weil der Umsatz weiter zurückging, wurde ein neuer Manager berufen.

An den Aktienmärkten verlor die HP-Aktie nahezu acht Prozent an Wert. Im letzten Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich um fast acht Prozent, auf 27,2 Milliarden US-Dollar. HP-Chefin Meg Whitman erwartet für das kommende Geschäftsjahr keinerlei Wachstum mehr. Im dritten Geschäftsquartal (Ende Juli abgeschlossen) konnte das Unternehmen aber immerhin Gewinne erwirtschaften. Diese belaufen sich auf eine Summe von 1,39 Milliarden US-Dollar.

Übernahme von Autonomy sorgte für hohe Abschreibungen

Noch vor einem Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von 8,86 Milliarden US-Dollar. Damals lasteten Abschreibungen und Kosten im Rahmen eines Stellenabbaus auf dem Unternehmen. Durch die Übernahme von Autonomy musste HP damals deutliche Abschreibungen hinnehmen. Der Aktienkurs brach damals deutlich ein. Im vergangenen Jahr rechneten Analysten mit einem Nettoumsatz von 30,43 Milliarden US-Dollar. Am Ende waren es jedoch nur 29,96 Milliarden US-Dollar. Damals verlor die Aktie von HP 13 Prozent. HP fühlte sich damals von der ehemaligen Unternehmensleitung von Autonomy hinters Licht geführt. HP übernahm im Jahr 2011 Autonomy für rund 11,5 Milliarden US-Dollar.

Durch die damals erzwungenen Abschreibungen betrug der Verlust im Zeitraum von August bis Oktober rund 6,9 Milliarden US-Dollar. Die US-Börsenaufsicht SEC sowie die britische Ermittlungsbehörde SFO wurden im Zuge von Unstimmigkeiten in der Bilanzen von Autonomy eingeschaltet. HP ging damals davon aus, dass die Autonomy- Führung die Bilanzen geschönt hatte, um den Preis beim Verkauf in die Höhe zu treiben.

HP verlangt Schadensersatz

HP hat aus diesem Grunde vor Gericht versucht, Schadensersatz einzuklagen. Insbesondere in den Geschäftsfeldern Software und Server musste Hewlett-Packard einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen. Der Umsatz im Bereich der PC-Sparte sank um 11 Prozent auf nur noch 7,7 Milliarden US-Dollar. Der Desktop-PC-Absatz ging um 10 Prozent zurück. Viele Verbraucher benutzen statt herkömmlicher PCs zunehmend Tablet-PCs und Smartphones.

Dave Donatelli ausgewechselt

Auch im Druckergeschäft musste HP einen Rückgang hinnehmen. Der Rückgang beträgt gegenüber dem Vergleichszeitraum vier Prozent. Ursprünglich war gerade der Druckermarkt eines der Haupteinnahmequellen für Hewlett-Packard. Der Bereich von Servern und Unternehmensdienstleistungen sank um neun Prozent. Zukünftig soll Bill Veghte die Sparte leiten. Dieser war zuvor für das operative Geschäft im Unternehmen zuständig. Der Vorgänger Dave Donatelli verließ den Posten im Zuge von Auseinandersetzungen mit der Konzernchefin Whitman. Dies berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Bereits im Juni tauschte Whitman den Leiter der PC-und Druckersparte aus. Zudem will die Unternehmenschefin durch den Abbau von 29.000 Jobs bei HP das Unternehmen wieder auf die Gewinnerstraße bringen.



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