Wirtschaft

Hunger am Kap Horn- Afrikanische Union steuert 350 Millionen Dollar bei

Auf der Geberkonferenz für die von der Dürre betroffenen Region am Kap Horn hat die Organisation der Afrikanischen Union (AU) angekündigt, 350 Millionen Dollar als Soforthilfe zur Verfügung stellen zu wollen. Die Konferenz wurde in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba abgehalten und war eigentlich für Anfang August geplant, musste aber verschoben werden. Den Löwenanteil von knapp 300 Millionen Dollar trägt die Afrikanische Entwicklungsbank bei, dennoch fehlen immer noch knapp 1,1 Milliarden Dollar um die bedrohten 12,4 Millionen Menschen am Kap Horn kurzfristig zu helfen.

Die schlimmste Dürre der vergangenen 60 Jahre bedroht die Menschen in den Staaten Somalia, Kenia, Dschibuti, Eritrea und Äthiopien. Insbesondere Somalia, und hier allen voran die südlichen Gebiete, sind von der Dürre betroffen, zudem erschweren fehlende politische Strukturen die Erstversorgung der Menschen. Im Süden Somalias besitzen die so genannten Al Shabaab Millizen die Kontrolle, und sie lassen wenig bis keine Hilfsgüter zu. Zudem liegt die Wirtschaft brach, vor dem Bürgerkrieg in Somalia seit 1990 war Somalia ein Exporteur für landwirtschaftliche Produkte. Die aktuelle Krise war abzusehen, schon vor sechs Monaten warnte das UN-Ernährungsprogramm FAO vor der Gefahr einer Dürre und deren Folge.

Wieviele Menschen bislang aufgrund der Dürre ums leben gekommen sind, ist bislang unklar, Experten befürchten zigtausende Hungeropfer, alleine in Somalia sollen 390.000 Kinder unmittelbar der Gefahr des Hungertodes ausgesetzt sein. Viele Menschen befinden sich auf der Flucht, nicht wenige versuchen aus Somalia nach Nordkenia zu fliehen. Das größte Flüchtlingslager der Welt in Daadab ist längst überfüllt, immer noch versuchen Menschen ins Lager zu gelangen. Das Deutsche Rote Kreuz bietet hier die Möglichkeit direkter Hilfe an. Die Situation am Kap Horn bleibt so lange angespannt, wie sich die Wurzeln der Problematik nicht ändern werden, eine Dürre löst den medial sichtbaren Teil der Katastrophe aus, die eigentliche Katastrophe findet jeden Tag im Stillen statt.



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