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IBM-Spionagechip zerstört sich selbst

IBM soll für die Militärforschungsbehörde Darpa einen speziellen Spionagechip entwickeln, der dazu in der Lage ist, sich selbst zu zerstören.

Sobald der Chip ein Funksignal erhält, zerfällt er zu Staub.

Spionagechips finden Anwendung beim Militär

Spionagechips verschaffen dem Militär, seinem Gegner gegenüber, Vorteile. Allerdings könnten sie vom Gegner gefunden werden und einen Hinweis darauf liefern, dass sich Spione in der Nähe befinden. Außerdem wäre es möglich, dass der Gegner sie für seine eigenen Zwecke missbraucht.

Damit dies in Zukunft nicht mehr geschieht, soll IBM einen speziellen Spionagechip für die Militärforschungsbehörde Darpa entwickeln, der sich nach Gebrauch selbst zerstört.

Auftrag wurde bereits vergeben

Die Defense Advanced Research Projects Agency oder kurz Darpa hat im Jahr 2013 für das Programm Vanishing Programmable Resources (Vapr) eine Ausschreibung veröffentlicht.

Nun wurde der Auftrag vergeben und zwar an IBM.

CMOS-Chip findet Einsatz als Spionagetool

Als Spionagechip soll ein CMOS-Chip dienen. Sobald dieser ein Funksignal erhält, soll er sich in Staub auflösen.

Als Trägermaterial soll Glas verwendet werden, das mit einer reaktiven Metallschicht überzogen wird. Die Metallschicht soll sozusagen als Zündschnur dienen. Durch ein Funksignal kann diese aktiviert werden. Dadurch zerbricht das Glassubstrat. Vom Spionagechip bleibt dann nur noch eine Mischung aus Silizium- und Siliziumdioxid zurück.

Über drei Millionen Entwicklungskosten

Für die sogenannte Transient Electronics-Entwicklung bezahlt die Darpa etwa 3,46 Millionen Dollar. Die Militärforschungsbehörde hatte im Internet ein Dokument veröffentlicht, in dem diese Zahl genannt wurde.

US-Armee verwendet Spionage-Steine

Die US-Armee kündigte im Jahr 2012 an, ein großes Netz mit Spionagesensoren anzulegen. Diese sollten als Steine getarnt werden.

Diese Sensoren bergen jedoch ein gewisses Risiko, da sie nach der Verwendung nicht wieder eingesammelt werden können. Vapr ist da die bessere Alternative.

Die Darpa fragte vor Beginn ihres Programms, was wäre, wenn die Sensoren nach ihrer Nutzung einfach verschwinden würden. Dadurch könnte das Problem, nicht mehr gebrauchte Spionagetools nicht wieder auffinden zu können, behoben werden.

CMOS-Chip ist mehr als ein Spionagetool

Für sogenannte Transient Electronics gibt es verschiedene Verwendungsmöglichkeiten. So lässt sich das Spionagetool nicht nur zur Spionage einsetzen, sondern auch zur Überwachung von Operationswunden.

John Rogers von der Universität des US-Bundesstaates Illinois entwickelte einen 64-Pixel-Chip, der für eine Digitalkamera und für Implantate zur Überwachung von Operationswunden eingesetzt werden konnte. In beiden Fällen waren die Chips dazu in der Lage, sich selbst aufzulösen.

Im Gegensatz zum Vapr-Chip benötigte dieser Chip jedoch kein Funksignal, um sich zu zerstören. Er löste sich beim Kontakt mit Wasser auf. Wie lange der Chip hält ist abhängig von der Beschaffenheit der Hülle. Diese besteht aus einem Seidenprotein. Sie kann sich binnen weniger Minuten, nach mehreren Tagen oder nach vielen Jahren auflösen.



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