Wirtschaft

IG Metall fordert 30-Stunden-Woche für Familien?

Die IG Metall fordert familienfreundliche Arbeitszeiten.

Die Arbeitnehmer wünschen sich herabgesenkte Arbeitszeiten. Es wird von 30 Stunden pro Woche gesprochen.

Im Vordergrund: Vereinbarkeit von Beruf und Leben

Die IG Metall will familienfreundlichere Arbeitszeiten erwirken. Jörg Hofmann, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft, erklärte, die Vereinbarkeit von Beruf und Leben bekomme eine immer größere Bedeutung. Laut einer Befragung wünschen sich über 500.000 Arbeitnehmer und davon ein Drittel aller Nicht-Mitglieder verkürzte Arbeitszeiten. Viele möchten laut der IG Metall einen Tag weniger pro Woche arbeiten.

Darüber hinaus sei es auffällig, dass viele sich nach reduzierter Vollzeit, eine Arbeitszeit von 30 Stunden pro Woche wünschen. Nicht nur die Frauen, sondern auch Männer würden diese Arbeitszeitmodelle begrüßen.

Reduzierte Arbeitszeit soll als Vollzeit gelten

Es müsse erneut über die Arbeitszeit diskutiert werden, forderte Hofmann. Die vorgeschlagenen Arbeitszeitmodelle sollen zum Teil der Tarifpolitik werden.

2015 wird die nächste Tarifrunde stattfinden. Der IG Metall ist es wichtig, dass die reduzierte Arbeitszeit nicht als Teilzeit betrachtet wird. Sie soll als Vollzeit gelten. Für die Arbeitnehmer, die eine Arbeitszeit von 30 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen würden, wäre es sonst schwer, wieder in die reguläre Vollzeit zurückzukehren.

Bisher sei noch nicht entschieden, ob dafür ein Lohnausgleich gefordert wird, hieß es weiter.

GroKo wünscht gesetzliches Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit

Die große Koalition möchte im Koalitionsvertrag ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit festhalten. Damit gibt sich Hofmann nicht zufrieden.

Er meint, dass es möglich sein müsse, weniger zu arbeiten, ohne in die Teilzeit zu wechseln. Familienministerin Manuela Schwesig von der SPD schlug erst vor kurzem vor, dass Mütter und Väter mit kleinen Kindern die Möglichkeit für eine 32-Stunden-Woche ohne Lohnabstriche erhalten sollten. Die Lohndefizite sollten durch den Staat ausgeglichen werden. Angela Merkel entschied sich gegen dieses Arbeitszeitmodell.

Gutes Leben – Lebensqualität in Deutschland

Die Bundeskanzlerin sagte, dass die beiden Regierungsparteien sich weiterhin dem Thema ‚Arbeitszeit und Familienzeit‘ widmen werden. Die Initiative wird als ‚Gutes Leben – Lebensqualität in Deutschland‘ bezeichnet.

Sigmar Gabriel betonte, dass es bei der Initiative nicht um eine Arbeitszeitverkürzung gehen könne, sondern um eine Erhöhung. Im Vordergrund solle stehen, wie man mehr Frauen in den Arbeitsmarkt bringen könne. Die Wirtschaft würde daran ein großes Interesse haben.

Gleichzeitig würde das bedeuten, dass die Männer in Bezug auf die Kindererziehung und Betreuung in ihre Pflicht genommen werden. Gabriel ist sich sicher, dass wenn beide Elternteile vollzeitnah arbeiten, es mehr wert sei, als wenn nur ein Elternteil vollzeitbeschäftigt ist und der andere sich ausschließlich um die Kinder kümmert.

Elterngeld Plus kommt

Die Union und die SPD haben im Koalitionsvertrag 2014 das ‚Elterngeld Plus‘ vereinbart. Dieses Geld soll zur Förderung der Eltern dienen, die wieder frühzeitig in Teilzeit arbeiten möchten. Die Ausweitung des Elterngeldes soll laut Schwesig so schnell wie möglich beginnen.

Das Elterngeld Plus soll Eltern zustehen, die nach sechs Monaten wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen. Dieses Geld soll länger bezahlt werden als das gewöhnliche Elterngeld. Bisher ist noch nicht geklärt wie hoch dieser Bonus ausfallen soll.

Außerdem wird an einem ‚Partnerschaftsbonus‘ gearbeitet. Wenn beide Elternteile wöchentlich jeweils 25 bis 30 Stunden arbeiten, soll mit diesem Bonus das Elterngeld um zehn Prozent aufgestockt werden.

Vorübergehende Arbeitszeitsenkung gewünscht

Laut der Umfrage der IG Metall wünschen die Arbeitnehmer, dass die Arbeitszeit vorübergehend gesenkt werden kann. Dies würde allen entgegenkommen, die Kinder oder pflegebedürftige Angehörige haben.

Jedes zehnte Mitglied der Gewerkschaft, hat einen häuslichen Pflegefall. Jeder dritte muss sich um die Kinderbetreuung kümmern.

Hofmann geht es außerdem um die Weiterbildung. Er wünscht sich Arbeitszeitmodelle für eine ‚echte und geblockte Teilzeit‘. Arbeitnehmer soll sich dadurch die Option bieten, innerhalb von drei Jahren, ihre Arbeitszeit um ein Drittel zu reduzieren. Sie könnten also zwei Jahre Vollzeit arbeiten und das dritte Jahr nutzen, um zum Beispiel die Fachhochschulreife nachzuholen.

 



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