Gesellschaft

IKEA-Gründer Ingvar Kamprad: Verstrickungen in Nazi-Kreisen?

Ein Enthüllungsbuch von Autorin Elisabeth Asbrink hat für Furore in Schweden gesorgt, demnach sei IKEA-Gründer und Milliardär Ingvar Kamprad in Nazi-Kriesen keine unbekannte Größe gewesen. Schon 1994 enthüllte die schwedische Boulevardzeitung „Expressen“ seine Nazi-Vergangenheit, Kamprad war bis 1942 Mitglied der so genannten Nysvenska Rörelsen (Neuschwedische Bewegung), einer nationalsozialistischen Organisation die in Schweden für das nationalsozialistische Deutschland warb und Mitglieder zuführte. Bis 1945 hat Kamprad die Organisation finanziell unterstützt, Kamprad bezeichnete seine Unterstützung als jugendlichen Fehler. Das neue Enthüllungsbuch von Asbrink behauptet, dass Kamprad seine Unterstützung für die nationalsozialistische Gruppierung auch nach 1945 fortgeführt habe.

Die Autorin will den Nachweis erbracht haben, dass der IKEA-Begründer die so genannte Sweden Socialist Union (ebenfalls nationalsozialistisch) während des Zweiten Weltkrieges aktiv unterstützt habe und sogar für diese Gruppe Menschen rekrutiert habe. Sie will Berichte des schwedischen Geheimdienstes gelesen haben die bezeugen sollen, dass Kamprad als Funktionär der Organisation gearbeitet habe. 1943 gründete Kamprad das Unternehmen IKEA, ab 1947 konzentrierte sich das Unternehmen auf Möbel und ist heute weltweiter Marktführer als Einrichtungskonzern.

1988 veröffentlichte Kamprad ein autobiographisches Buch, in diesem gab er einige Fakten zu seiner Nazi-Vergangenheit preis, er gab zu eng mit dem schwedischen Nationalsozialisten Per Engdahl befreundet gewesen zu sein. Doch im neuen Buch wird behauptet, dass Kamprad seinen Freund Engdahl zu seiner Hochzeit in 1950  eingeladen habe, 2010 habe der IKEA-Chef in einem Interview mit Asbrink die Behauptung aufgestellt, dass Engdahl ein großer Mann gewesen sei.

Die Veröffentlichung des Buches von Asbrink wirft in Schweden weitere Fragen auf, die Enthüllung zeige, dass Kamprad nicht nur in einer Organisation gewesen sei, dementsprechend musste er wissen was er tat. Das Vermögen des IKEA-Konzerns ist in eine Stiftung in den Niederlanden eingegangen, doch Experten in Schweden vermuten, dass durch komplizierte Rechtsformen das Vermögen in Kamprads Taschen landet, laut Forbes besitze er sechs Milliarden Dollar. Der bescheidene Kamprad fährt einen alten Volvo und reist gerne zweite Klasse.



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