Newsticker

Ikea: Pferdefleisch in Köttbullar

Der Pferdefleisch-Skandal weitet sich immer weiter aus. Nun ist auch das schwedische Möbelhaus Ikea davon betroffen. Tschechische Behörden haben Pferdefleisch in dem beliebtesten Ikea-Gericht, den Köttbullar, festgestellt. Insgesamt sind Ikea Filialen in 13 Ländern betroffen.

Das Möbelhaus reagierte sofort und stoppte zwischenzeitlich den Verkauf der Fleischbällchen. Lediglich in Deutschland werden die Köttbullar auch weiterhin erhältlich sein, da hier keine DNA-Spuren auf Pferdefleisch vorliegen. In allen betroffenen Ländern wurden die Hackfleisch-Bällchen indes von der Speisekarte der Ikea-Restaurants genommen.

In Deutschland bisher keine Probe auf Pferdefleisch positiv

Neben Schweden sind auch die Slowakei, Tschechien, Großbritannien, Ungarn, Frankreich, Italien, Portugal, Belgien, die Niederlande, Spanien, Zypern, Irland und Griechenland hiervon betroffen. Wie die Sprecherin von Ikea Deutschland, Sabine Nold, mitteilt, wurde in deutschen Köttbullar-Proben kein Nachweis von Pferdefleisch festgestellt.

Deutschland gilt als weltweit größter Markt für das schwedische Möbelhaus. Die 46 deutschen Möbelhäuser umfassen 14 Prozent des Gesamtumsatzes des Möbelkonzerns. neben den Möbeln gelten auch die typisch schwedischen Spezialitäten in den Restaurants der Möbelhäuser als Umsatzmagneten. Nahezu jeder zwanzigste Euro wurde in den Ikea-Restaurants verdient.

Auch Burgerfleisch von Ikea betroffen

Allein durch den Verkauf von Restaurant-Waren verdiente das Unternehmen im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Euro. Dennoch will das schwedische Möbelhaus auch in Deutschland weitere Proben nehmen. Die Fleischzutaten der Hackfleischbällchen sollen nach der Deklaration ausschließlich Schweine-und Rindfleisch enthalten. Das Möbelhaus hat jedoch sofort reagiert und sämtliche der betroffenen Produkte aus den Regalen genommen.

Zudem informierte Ikea umgehend die EU-Behörden. Allein die tschechischen Behörden nahmen bisher 43 Proben. Von 24 bereits getesteten Fleischproben wurde in drei Proben Pferdefleisch nachgewiesen. Darunter waren auch die besagten Köttbullar sowie Burgerfleisch. Die Burger wurden dabei von der Lebensmittelhandelskette Nowaco aus Dänemark importiert.

Die Köttbullar kommen indes von dem Unternehmen Familjen Dafgard aus Schweden. In unterschiedlichen Ländern, darunter auch in Deutschland, wurde zuletzt in Tiefkühlprodukten und Fertiggerichten wie Ravioli, Lasagne sowie Dosengulasch Spuren von Pferdefleisch festgestellt. Derzeit wird seitens der Behörden ermittelt, wo das Fleisch umetikettiert wurde.

Nächster Lebensmittelskandal aufgedeckt – Falsche Bio-Eier

Derweil gibt es bereits den nächsten Lebensmittelskandal. So haben allein in Niedersachsen etwa 150 Legehennen-Betriebe die Eier als Produkte von frei laufenden Hühnern verkauft. Die Eier stammen stattdessen aber teilweise von Betrieben, die Hühner teilweise massenhaft in enge Ställe gesperrt hatten. Derweil ermittelt die Staatsanwaltschaft in Oldenburg gegen zahlreiche Betriebe wegen Betrugs und Verstoß gegen das Lebensmittel- sowie das Öko-Landbau-Gesetz.

Unter anderem sind auch Betriebe in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Die Strafverfolgungsbehörden haben aus diesem Grunde 50 Verfahren an die Behörden in den ebenfalls betroffenen anderen Bundesländern abgegeben. Offenbar sind auch Unternehmen in den Niederlanden und in Belgien von dem Skandal betroffen. Derweil kündigte der neue niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) an, eine Prüfung dahingehend vorzunehmen, den betroffenen Betrieben die Zulassung wieder entziehen zu können.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.