Wirtschaft

ILO: Arbeitslosenzahl weltweit stark angestiegen

Die Internationale Arbeitsorganisation oder kurz ILO erklärte am Montag in Genf, dass die Zahl der Arbeitslosen weltweit stark angestiegen ist.

Demzufolge waren 2013 fünf Millionen Menschen mehr arbeitslos als im Jahr 2012.

Gründe für die hohen Arbeitslosenzahlen

Laut ILO hat sich die Wirtschaft nach der Finanzkrise im Jahr 2008 nur sehr langsam wieder erholt. Viele Staaten würden außerdem zu wenig für die Bereitstellung neuer Jobs tun.

Im ILO-Arbeitsmarktbericht für 2013 wurde berichtet, dass es weltweit fast 202 Millionen Menschen ohne Arbeitsplatz gäbe. Dies entspricht im Durchschnitt einer Arbeitslosenquote von sechs Prozent.

Entwicklungsländer kämpfen mit Wirtschaftsproblemen

Die ärmeren Entwicklungsländer, aber auch verschiedene Länder in der Eurozone haben mit schweren wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Dies führt ebenfalls zu einer höheren Anzahl von Menschen ohne Arbeitsplatz.

Griechenland und Spanien liegen weit über der durchschnittlichen Arbeitslosenquote von sechs Prozent. Griechenland verzeichnete 2013 eine Arbeitslosenrate von rund 27 Prozent und Spanien von exakt 27 Prozent.

Jugendliche stark von der Arbeitslosigkeit bedroht

Die UN-Sonderorganisation macht sich große Sorgen über den starken und langanhaltenden Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen.

Laut der Organisation sollen 74,5 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos sein. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist demzufolge von 2012 bis 2013 um eine Million gestiegen.

Dies entspricht einer Arbeitslosenquote bei jungen Menschen von 13,1 Prozent. Sie ist also doppelt so hoch wie die gesamte Durchschnittsrate der weltweiten Arbeitslosenquote. Dabei ist gerade die junge Generation die Zukunft.

Ein Politisches Umdenken ist erforderlich

Guy Ryder, der ILO-Generaldirektor fordert, dass die Politik endlich umdenkt.

Einen Tag vor dem Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) wurde die Studie zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht. An dem Treffen, am vergangenen Mittwoch in Davos, nahmen Top-Manager und Spitzenpolitiker aus aller Herren Länder teil.

Arbeitsplatzbeschaffung muss beschleunigt werden

Guy Ryder erklärte, dass man sich stärker anstrengen müsse, um die Arbeitsplatzbeschaffung beschleunigen zu können.

Er sieht vor allem die Regierungen der besser entwickelten Länder in ihrer Pflicht und meint, dass sie mehr tun müssten.

Steigt die Arbeitslosenrate weiter an?

Wenn das Wirtschaftwachstum nicht weiter ansteigt, wird Zahl der arbeitslosen Menschen laut Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation bis 2018 um mehr als 13 Millionen ansteigen.

Der Arbeitsmarkt könne sich in zahlreichen Ländern, unter anderem auch in Deutschland nicht erholen, weil die Gesamtnachfrage wichtiger Handelspartner gebremst werden würde, hieß es weiter.

Sind Steuererhöhungen schuld an der Misere?

In den meisten entwickelten Ländern würden öffentliche Ausgaben gekürzt. Außerdem würden die Einkommens- und Verbrauchersteuern privater Unternehmen und Haushalte erhöht werden, erklärte die ILO. Dies sei mit ein Grund für den starken Anstieg der Arbeitslosenquote und den vorherrschenden Wirtschaftsproblemen.

Die mangelnde politische Abstimmung zwischen der Geld- und Fiskalpolitik trägt ihr Übriges dazu bei, meint die ILO.

Unternehmen schrecken aufgrund der Steuern, den wirtschaftlichen Problemen und der geringeren Gesamtnachfrage von Handelspartnern davor zurück, langfristige Investitionen zu tägigen oder neue Arbeitskräfte einzustellen.



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