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Im Jahr 2030 fehlen mindestens eine Millionen Fachkräfte

Über den Fachkräftemangel ist in vielen politischen Debatten gestritten worden. Insbesondere der demographische Faktor gilt als Hauptgrund für den zukünftigen Fachkräftemangel in vielen Sparten der Wirtschaft. Bis zum Jahr 2030 werden über eine Million Fachkräfte in Deutschland fehlen.

Diese Zahl wird jedoch nur dann erreicht, wenn die Bildungspolitik möglichst viele junge Menschen bis dahin mit einem Berufsabschluss in die Berufswelt entlässt. Sollte dies nicht gelingen, steigt die Zahl des benötigten Fachpersonals bis zum Jahr 2030 auf 1,7 Millionen an. Diese Zahlen gehen auf prognostische Annahmen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sowie dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), welches der Bundesagentur für Arbeit zugeordnet ist, zurück.

Noch gibt es ein Überangebot an Fachkräften

Wie der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Friedrich Hubert Esser, mitteilt, wird es nicht ausreichen Schüler optimal zu fördern, vielmehr sei es notwendig, berufliche Weiterbildungsmaßnahmen und Zuwanderung zu gewährleisten. Derzeit gibt es noch ein leichtes Überangebot von rund zwei Millionen Arbeitnehmer, bezogen auf die Fachkräftequote. Allerdings gibt es bereits jetzt in vielen Regionen Deutschlands sowie in speziellen Berufssparten einen deutlich spürbaren Fachkräftemangel. Insbesondere im Bereich der Pflege, der Kinderbetreuung sowie der Gastronomie macht sich der demographische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel bereits jetzt deutlich bemerkbar.

Ab 2024 Unterdeckung von Fachkräften erwartet

Spätestens ab dem Jahr 2024 wird die gesamte vorhandene Anzahl an Personen mit Berufsausbildung unter dem Bedarf liegen. Auf dem Bildungsgipfel im Jahr 2008 hatten sich der Bund und Länder darauf geeinigt, in der Altersklasse der 18 bis 24-jährigen die Quote der Schüler ohne Schulabschluss auf unter 10 Prozent zu senken. Aktuell verlassen rund zwölf Prozent der Schüler die Schule ohne Abschluss.

Von der Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss soll es bis zum Jahr 2015 eine Absenkung auf 4 Prozent geben. Bisher sind 6,5 Prozent der Schulabgänger ohne einen Schulabschluss.

Überangebot an Akdemikern erwartet

Die Studie offenbart jedoch, dass es in Bezug auf die Hochqualifizierten (Techniker, Meister, Akademiker) ein großes Überangebot geben wird. Demnach wird es bis zum Jahr 2030 etwa 1,5 Millionen Hochqualifizierte über dem Bedarf geben. Sollten sich die Zahlen bewahrheiten, droht ein berufliches Desaster. Dies gilt insbesondere für die Hochqualifizierten, die um die knapper werdenden Stellen vermehrt konkurrieren werden. Die Folge könnte sein, dass der Zugang zur Hochschule durch zusätzliche Nummer Clausus-Maßnahmen seitens der Politik versucht wird zu kanalisieren.

Für den Bereich der Fachkräfte mit Berufsausbildung sieht es insbesondere Bereich der Pflege katastrophal aus. Hier sehen Prognosen auch durch Zuwanderung keine deutliche Entlastung. Gefragt sind insoweit politische Visionen und nicht wie bisher üblich politisches Klein Klein zwischen den einzelnen Parteien. Vielmehr bedarf es sich einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung zu stellen, die für die Zukunft des Landes von herausragender Bedeutung ist. Ob im Jahr 2030 mindestens eine Million Fachkräfte fehlen werden, hängt also nicht zuletzt von der Politik ab.



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