Gesundheit

Veganismus: Immer mehr vegane Leistungssportler

Am vergangen Sonntag war Superbowl, heute beginnen die olympischen Winterspiele – der Februar 2014 ist geprägt von sportlichen Hochleistungen.

Zur optimalen Wettkampfvorbereitung gehört für die Sportler nicht nur Training, sondern auch eine passende Ernährung. Hierbei setzen immer mehr Sportler auf rein pflanzliche Kost.

Jede Sportart fordert besondere Ernährung

Die Olympischen Spiele haben eine Vielzahl an Persönlichkeiten und diese Persönlichkeiten wiederum haben eine Vielzahl an Essgewohnheiten. Was die Ernährung angeht, ist ein Trend klar erkennbar: Immer mehr Leistungssportler setzten auf vegetarische oder vegane Kost. Wichtig zu wissen ist, dass jede Sportart und Disziplin eigene Anforderungen an den Organismus stellt, die je nach Art, Dauer und Intensität der körperlichen Belastung individuell verschieden sind. Nennenswerte Unterschiede bestehen besonders zwischen Ausdauer- und Kraftsportarten.

Ausdauersportler: viele Kohlenhydrate

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass 50 Prozent der täglichen Energie aus Kohlenhydraten wie Pasta, Reis oder Kartoffeln stammen sollten. Für Ausdauersportler ist die Empfehlung erhöht, ihre Ernährung sollte zu 60 Prozent aus Kohlenhydraten bezogen werden. Tierische Lebensmittel haben einen geringen Gehalt an Kohlenhydraten. Diese finden sich vor allem in pflanzlicher Kost – und lassen sich somit unbeschwert mit einem vegetarischen oder veganen Lebensstil vereinbaren.

Anteil komplexer Kohlenhydrate möglichst hoch

Bei der Wahl der Nahrungsmittel sollte darauf geachtet werden, dass der Anteil komplexer Kohlenhydrate hoch ist – zu finden sind diese unter anderem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Kartoffeln. Sie füllen die Energiespeicher des Körpers in Form von Glykogen in Muskel und Leber auf und halten den Blutzuckerspiegel lange konstant, wodurch Sportler länger leistungsfähig bleiben.

Kraftsportler: erhöhter Proteinbedarf

Die Referenzwerte für die Proteinzufuhr eines durchschnittlichen Menschen liegen bei 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht, bei Kraftsportlern sind die Werte entsprechend höher. Proteine dienen als Bausteine für Muskulatur, Nerven – und Bindegewebe und ermöglichen die Regeneration und Wiederherstellung bei Gewebsverletzungen.

Sportlich fit mit Pflanzenpower

Vegan lebende Menschen meiden jegliche Lebensmittel tierischen Ursprungs. Da somit Fleisch- und Michprodukte als Proteinquellen wegfallen, müssen diese durch pflanzliche Lieferanten wie Tofu, Seitan, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Samen ersetzt werden. Besonderheit: Die pflanzlichen Quellen enthalten nicht nur viel Eiweiß, sondern – im Gegensatz zu tierischen Produkten – auch Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate. Somit wird zusätzlich die Darmflora des Körpers positiv beeinflusst und der Blutzuckerspiegel konstant gehalten.

Vegetarier und Goldmedaille

Vegetarismus und Veganismus sind inzwischen voll im Trend – nicht nur bei Yogagurus und Gesundheitsbewussten, sondern auch bei Leistungssportlern. Oft kritisiert, eignet sich vegane Ernährung jedoch vorzüglich auch für Leistungssportler, wenn sie ausgewogen ist. Bekannte Bespiele sind der amerikanische Ultramarathon-Läufer Scott Jure, der amerikanische Leichtathlet und Goldmedaillengewinner Carl Lewis. Auch dieses Jahr werden in Socchi Vegetarier und Veganer an die Startlinie treten. So wie der russische Bobfahrer Alexey Voevoda, der sich laut Moskau Times nur von roher vegetarischer Kost ernährt.

Ironman Gewinner: Vegan zum Ziel

Der frühere Ironman-Triathlet Brendan Brazier setzt seit über 20 Jahren auf reine Pflanzenkost. Im Interview mit dem Spiegel erklärt er, dass der Organismus für pflanzliche Kost [im Vergleich zu tierischer Nahrung] nicht so viel Energie für die Verdauung benötigt. “Dadurch steht dem Körper mehr Energie zur Verfügung.” Nach dem Umstieg von Mischkost auf vegan bemerkte er schnell körperliche Veränderungen, fühlte sich athletischer und ausgeglichener. „Nach der Umstellung bin ich nach einer harten Einheit am nächsten Morgen aufgewacht und habe mich frisch gefühlt. Meine sportliche Leistung hat sich schnell verbessert, weil ich mehr trainieren konnte als alle anderen.“



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