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Immobilienkonzern GSW auf Einkaufstour in Berlin

Das Berliner Immobilienunternehmen GSW hat tausende Wohnungen in Berlin erworben. Die betroffenen Bewohner der Wohnungen müssen nun mit einer Mieterhöhung rechnen. Der ursprünglich landeseigene Immobilienbetreiber GSW übernahmen 2600 zusätzliche Wohnungen vorwiegend in Berlin direkt. Nach Angaben des Unternehmens wurden dafür insgesamt 147 Millionen EUR bezahlt.

Das Unternehmen besitzt damit nunmehr 60.000 Wohnungen. GSW stellt ein Konkurrenzunternehmen zudem ebenfalls aus Berlin stammenden Immobilienunternehmen “Deutsche Wohnen“ dar. Beide Unternehmen kämpfen derzeit um die Vorherrschaft auf dem Berliner Immobilienmarkt. Das Konkurrenzunternehmen von GSW verwaltet über 70.000 Wohnungen. Im Jahr 2004 hatte das Land Berlin das Unternehmen GSW privatisiert. Seit dem Jahr 2011 werden zudem Aktien von GSW an der Börse gehandelt.

Größter privater Wohnungsanbieter in Berlin

GSW stellt den größten privaten Wohnungsanbieter in Berlin dar. Insgesamt sechs kommunale Wohnungsanbieter, unter anderem die Degewo, Gewobag und Howoge, verwalten insgesamt 270.000 Wohnungen. Die jetzt von GSW übernommenen Wohnungen stammen aus dem Portfolio der Zentral Boden Immobilien (ZB I).

Die neu erworbenen Wohnungen finden sich vor allem in den Berliner Bezirken Neukölln, Berlin Mitte, Berlin Tempelhof-Schöneberg, Berlin Reinickendorf und in Steglitz-Zehlendorf. Die insgesamt 2130 Wohnungen sind zu 97 Prozent derzeit vermietet.

Mieter müssen offenbar zukünftig mehr bezahlen

Nach Angaben von GSW beläuft sich die durchschnittliche Netto-Kaltmiete auf derzeit 5,52 EURO pro Quadratmeter. Das Immobilienunternehmen plant offenbar die Mieten zu erhöhen. Weitere Wohneinheiten besitzt das Unternehmen im Ruhrgebiet, darunter in Duisburg, Essen aber auch in Thüringen (Erfurt) und in Sachsen Anhalt (Magdeburg).

Offenbar plant GSW die betroffenen 470 Wohnungen, die außerhalb von Berlin liegen, mittelfristig zu verkaufen. Bereits im Oktober hatte das Unternehmen 4400 Wohnungen in Berlin erworben, darunter in Spandau, Berlin Mitte und in Reinickendorf. Bereits im Oktober bezahlte GSW etwa 200 Millionen EUR.

Kauf wurde vorwiegend durch Kapitalerhöhung finanziert

Bezahlt wurde der Kauf der neuen Immobilien durch eine Kapitalerhöhung, die bereits im Frühjahr durchgeführt wurde. Von dem Kaufpreis wurden allein 190 Millionen EURO aus der Kapitalerhöhung investiert.

Zudem wurden Teile einer jüngst aufgelegten Wandelanleihe in den Wohnungskauf investiert. Die Wandelanleihe erbrachte über 183 Millionen EURO. In diesem Zusammenhang konnte das Unternehmen aufgrund höherer Mieteinnahmen und vermehrter Wohnungsverkäufe auch eine bessere Unternehmensbilanz hinsichtlich der Umsätze vorlegen.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um rund ein Fünftel auf nunmehr 120,9 Millionen EURO. Der GSW kommt insbesondere zugute, dass neue Mieter in Berlin nunmehr bis zu 20 Prozent mehr Wohnungsmiete bezahlen müssen, als noch vor fünf Jahren. In einigen Bezirken von Berlin kosten die Wohnungen mittlerweile 40 Prozent mehr als im Jahr 2007.



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