Gesellschaft

Indien: Anna Hazare beendet Hungerstreik

Der indische Antikorruptions-Aktivist Anna Hazare hat seinen Hungerstreik beendet, diesen hatte Hazare am 16. August aufgrund seines Protestes gegen ein umstrittenes Korruptionsgesetz am 16. August verkündet. Als erstes nach 12 Tagen nahm Hazare ein Glas Fruchtsaft zu sich, welches von einem fünfjährigen Mädchen ihm gereicht wurde. Den Hungerstreik hat Hazare beendet weil eine Diskussion im indischen Parlament signalisieren ließ, dass der entsprechenden Gesetzesentwurf zu korrigieren sei. Das so genannte Lokpal Gesetz regelt die Arbeit eines Ombudsmannes, der bei Verdacht Ermittlungen führen darf. Doch bislang sieht das Gesetz auch vor, dass dieser keine ranghohen Mitglieder der Regierung und der Administration belangen darf, dies ist Gegenstand der Kritik von Hazare und seinen Anhängern.

Nach neun Stunden Diskussion trat der indische Finanzminister Pranab Mukherjee vor die Presse und verkündete, dass das indische Parlament mit Hazare einer Meinung sei. Weitere Verhandlungen in der vergangenen Woche deuten auf einen Kurswechsel des indischen Premierministers Manmohan Sing hin, der in Zukunft sich unter die Juristdiktion des Ombudsmannes stellen wird. Sing hatte noch am 16. August das Vorgehen von Hazare als undemokratisch verurteilt.

In der Folge schlossen sich zehntausende Menschen zusammen, so haben beispielsweise die Taxifahrer in der Metropole Mumbai gestreikt. In Indien wurden in jüngster Vergangenheit Korruptionsskandale aufgedeckt, insbesondere im Zuge der renommierten Commonwealth Games in Delhi und im Zuge eines Bestechungsskandals in der Telekommunikationsbranche, die den indischen Steuerzahler bis zu 39 Milliarden Dollar kosten soll. Auch Premier Sing geriet in Kritik, weil unter seiner Regierung die Korruption erneut grassiert.



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