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Inzestprozess: Gericht – Keine Vergewaltigung der Tochter

Im Nürnberger Inzestprozess hat das Landgericht Nürnberg-Fürth einen 69-jährigen Mann nicht wegen hundertfacher Vergewaltigung verurteilt, sondern lediglich wegen des Straftatbestandes des Inzest. Die damals 13-jährige Tochter soll angeblich einvernehmlich mit dem Vater Sex gehabt haben, so die Richter.

Gericht: „Nur Inzest“

Überraschende Wende im Nürnberger Inzest-Prozess: Das Landgericht Nürnberg-Fürth verwarf den Vorwurf der hundertfachen Vergewaltigung und verurteilte den 69-jährigen Angeklagten nur wegen einvernehmlichen Sex mit einer Familienangehörigen ersten Grades, also wegen des Straftatbestandes des Inzest. Zudem verurteilte das Gericht den Mann wegen Nötigung. Das Urteil für den Mann lautet zwei Jahre und acht Monate Haft. Der Angeklagte hatte mit seiner Tochter insgesamt drei Söhne gezeugt, von denen zwei starben. Das überlebende Kind war ebenso behindert wie die zuvor verstorbenen Kinder, was bei Inzestfällen häufig der Fall ist. Der Angeklagte soll insgesamt über einen Zeitraum von 33 Jahren Sex mit seiner Tochter gehabt haben. Die heute 46 Jahre alte Tochter hatte sich während ihrer Aussage mehrfach in ihren Aussagen widersprochen. Die Tochter hatte die Übergriffe des Vaters erst Dritten erzählt, nachdem die Eltern der Tochter klargemacht hätten, dass diese nicht die alleinige Erbin des Hauses werden würde. Auch diese Tatsache berücksichtigten die Richter in ihrem Urteil.

Opferschutz Fehlanzeige

Dennoch dürfte gerade angesichts der ersten Fälle von sexuellen Übergriffen ein 13-jähriges Mädchen hinsichtlich ihres Willens und angesichts der Beziehung zu ihrem Vater, den diese als Respektsperson wahrnimmt, nicht in der Lage sein sich willentlich dem Vater entgegenzustellen. Insofern dürfte das Nürnberger Urteil zumindest für die zwischenzeitlich verjährten Fälle den Opferschutz hinten angestellt haben und hier den Vater regelrecht reingewaschen haben. Vielleicht hätte ein tiefenpsychologisches Gutachten der Tochter mehr Erkenntnisse hinsichtlich ihrer Handlungskompetenz gegenüber dem Vater gebracht. Das Urteil dürfte indes bei Kinderschutzorganisationen und beim Weißen Ring für einen Aufschrei der Entrüstung sorgen.



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