Konjunktur

Iran: Sanktionen schirmen iranische Banken global ab

Wie die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, kurz SWIFT, bekannt gab, werden iranische Banken künftig aufgrund der beschlossenen Sanktionen gegen Iran aus dem Tagesgeschäft ausgeschlossen, damit sind iranische Banken praktisch global abgeschirmt. Die Genossenschaft SWIFT wickelt den Nachrichtenverkehr und internationale Transaktionen in über 200 Ländern ab, bekannt ist der so genannte SWIFT-Code, der für den internationalen Zahlungsverkehr benötigt wird. Auch die so genannte BIC-Nummer ( Business Identifier Code) wird von der SWIFT vergeben. Da die Genossenschaft eine 99,7 prozentige Verbreitung erfährt, sind iranische Banken vom internationalen Zahlungsverkehr praktisch ausgeschlossen.

Nicht nur Ölindustrie betroffen

Mit dem Ausschluss aus der SWIFT soll insbesondere die Ölindustrie getroffen werden, da Staaten künftig keine direkten Begleichungen von Öllieferungen vornehmen können. Schon zuvor hatte die iranische Regierung mit Indien, einem der Hauptabnehmer des iranischen Öl, neue Zahlungsmodalitäten zur Begleichung der Rechnung vereinbart, da die bisherige Zahlungsweise durch die Sanktionen unmöglich wurde. Schon Ende Februar verkündete die staatliche iranische Nachrichtenagentur, dass man künftig auch Gold als Zahlungsmittel akzeptiere. China und Indien signalisierten, dass sie weiter Erdöl aus dem Iran beziehen werden, ob der Goldpreis dadurch beeinflusst wird bleibt abzuwarten. Doch neben der Ölindustrie sind auch andere Bereiche vom Ausschluss aus der SWIFT betroffen, beispielsweise können im Ausland lebende Iraner keine Gelder zu ihren Verwandten verschicken.

Ausschluss ab Samstag

Iranische Banken sollen ab Samstag, dem 17. März, aus dem SWIFT-Netzwerk rausfliegen. Auch die Wechselstuben in den Vereinigten Arabischen Emiraten wechseln seit Tagen keine Rials gegen andere Währungen, was die iranische Regierung umso schwerer trifft, da der Iran damit praktisch keine Fremdwährungen erlangen kann, um Importgüter in den jeweiligen Landeswährungen zu erwerben. Schon Ende Januar verkündete die EU ein Ölembargo gegen den Iran verhängen zu wollen, dieses soll flächendeckend ab dem 1. Juli 2012 wirksam werden.

Streit um das iranische Atomprogramm

Die Sanktionen gegen Iran wurden beschlossen, weil die iranische Regierung sich weigert Beobachter der Atomenergiebehörde IAEO in die entsprechenden Anlagen zu zulassen. Die Regierung in Teheran betont, dass das iranische Atomprogramm einen zivilen Charakter, also nur zur Stromerzeugung, aufweise. Weiterhin befürchtet sie einen Spionageakt durch eben diese Vertreter. Auf der anderen Seite entwickelt der Iran ein ambitioniertes Raketenprogramm mit Mittelstreckenraketen, was nur dann Sinn macht, wenn diese mit atomaren Sprengköpfen ausgestattet werden. Nach den Weigerungen in den vergangenen Monaten signalisierte Teheran Gesprächsbereitschaft, nennt aber keine konkreten Daten. Die Sanktionen, insbesondere der Ausschluss iranischer Banken aus der SWIFT, macht Geschäfte mit dem Golfstaat nahezu unmöglich, die Sanktionen treffen die iranische Regierung hart.



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