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Ist Android doch kein Open-Source-Projekt?

Das mobile Betriebssystem Android erfreut sich großer Beliebtheit.

Ein Grund dafür ist der angeblich freie Zugriff auf den Quellcode.

Scheinbar hat Google in diesem Punkt ein wenig geschwindelt, wie Dokumente nun belegen.

Android ist frei zugänglich?

Google erklärte in der Vergangenheit, dass das mobile Betriebssystem Android, das auf Smartphones und Tablets Verwendung findet, ‚frei zugänglich‘ sei. Nun sind jedoch Dokumente aufgetaucht, die dieser Behauptung widersprechen.

Aus den Unterlagen geht hervor, dass Google die Gerätehersteller an einen Vertrag knebelt, wenn sie ihren Kunden den Zugang zu YouTube, Googles Suchmaschine und dem PlayStore ermöglichen wollen.

Die Angebote können den Kunden nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn auf den Geräten viele andere Google-Apps vom Werk aus vorinstalliert werden. Außerdem werden die Gerätehersteller dazu gezwungen, die Google-Suche als Standard-Suchmaschine einzurichten.

Vertragsbedingungen werden derzeit überprüft

Die Vertragsbedingungen werden derzeit von den Europäischen Kartellbehörden und anderen Wettbewerbshütern überprüft.

Dadurch soll herausgefunden werden, ob Google seine Marktstellung ausnutzt. Schließlich gilt Android als das führende mobile Betriebssystem.

Nutzt Google seine Marktstellung aus?

Experten sind sich sicher, dass es ein schwieriges Unterfangen sein wird, Google ein Vergehen und den Missbrauch der Vormachtstellung auf dem Mobilgerätemarkt nachzuweisen.

Ein Grund dafür ist, dass das Kartellrecht zwischen der Europäischen Union und den USA stark differenziert.

Marktführer müssen in den USA keine Rücksicht darauf nehmen, ob sie den Wettbewerb am Markt fördern, erklärte Ionnis Lianos, Professor für Wettbewerbsrecht an der Universität UCL in London.

Vertragskonflikte sind offensichtlich

Einer der größten Vorteile von Android sei es, den Wettbewerb auf jeder Ebene des Mobilfunkmarktes zu fördern, schrieb Eric Schmidt, Chairman bei Google, 2011 an einen US-Senator.

Sprecher von Google wollen sich bisher nicht zu den Vorwürfen äußern.

Android ist das beliebteste Betriebssystem für mobile Endgeräte

Aktuell gilt Android als das führende Betriebssystem für mobile Endgeräte. Fast 80 Prozent aller Smartphones, die im Jahr 2013 weltweit verkauft wurden, sind mit Android ausgestattet. Bei den Tablets sind es 62 Prozent, wie Zahlen der Marktforschung Strategy Analytics belegen.

Stärkster Konkurrent für Android ist das mobile Betriebssystem iOS von Apple für iPhones. Google bietet den Geräteherstellern sein Betriebssystem kostenlos an. Dies dürfte mit ein Grund sein, warum es bei den Herstellern großen Anklang findet.

Wie macht Google Geld mit Android?

Der Suchmaschinenriese verdient sein Geld durch die Google-Suchmaschine, die werksseitig von den Geräteherstellern, laut Vertrag, voreingestellt werden muss.

Wird die Suche verwendet, bekommt der Nutzer in einer Trefferliste bezahlte Werbeanzeigen zu sehen.

Dies hatte der Internetkonzern selbstverständlich im Voraus mit eingerechnet und kann den Geräteherstellern Android somit kostenlos anbieten, ohne Verluste in Kauf nehmen zu müssen.

Sind Apps der Konkurrenz unerwünscht?

Google soll mit seinen knallharten Vertragsbedingungen Apps der Konkurrenz benachteiligen. Es wurden Suchmaschinen wie Mapquest und Bing genannt, die durch diese Vorgehensweise in den Hintergrund gedrängt würden.

Laut Professor Edelman von der Harvard-Universität würden die Vertragsbedingungen dazu beitragen, dass Google in Bereiche vorstoße, in denen ein Wettbewerb auftreten könnte.

Die Verbraucher haben dadurch laut Rajeev Chand, dem leitenden Marktanalyst bei der Investmentbank Rutberg & Co. nur Nachteile. Zudem würden die Entwickler dadurch überwiegend zu Google gezogen, weshalb es mehr und bessere Apps für die Smartphone-Nutzer gebe. Die mobilen Erlebnisse würden dadurch jedoch eingeschränkt.



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