Wirtschaft

Italien: Kreditwürdigkeit von S&P herabgestuft

Die Ratingagentur Standard and Poor´s (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Italiens von A+ auf A herabgestuft, dementsprechend könnte die Eurokrise sich nun ausweiten. Die Herabstufung Italiens begründet S&P mit den schlechten Aussichten der italienischen Wirtschaft, ferner agiere die italienische Regierung nicht angemessen und daraus resultierend befürchtet die Agentur eine schlechtere Rückzahlung der Schulden. Premierminister Berlusconi, der in den vergangenen Wochen mehrere Sparpakete von zig Milliarden Euro beschlossen hatte, bezeichnete die Herabstufung als politische Entscheidung.

In normalen Zeiten würde die Herabstufung von A+ auf A (Wirtschaftliche Gesamtlage ist zu beachten) kaum Auswirkungen auf den Finanzmärkten haben, doch weltweit sind Anleger durch die Eurokrise alarmiert. Nun befürchten sie weitere Herabstufungen für Euroländer wie Portugal und Spanien. Berlusconi gab sich entrüstet und behauptet, die Entscheidung sei mehr durch die Medienberichte begünstigt als durch reelle Fakten begründet. Schon wird erwartet, dass die Ratingagentur Moody´s (die Italien drei Stufen höher bewertet) nachziehen wird und Italien schlechtere Noten vergeben wird.

Für S&P reichen die Sparanstrengungen Italiens nicht aus. Die Anhebung der Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer sei eher kontraproduktiv, Steuern seien in Italien eh recht hoch. Die Regierung in Rom will bis 2013 einen ausgeglichenen Haushalt (also ohne Neuverschuldung) vorweisen, doch S&P sieht große Herausforderungen, weil Intressengruppen die Sparbemühungen torpedieren könnten. In diesem Jahr haben die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit von Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, Zypern und nun Italien herabgestuft.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.