Finanzen & Recht

Jahresarbeitsentgeltgrenze 2014: JAEG PKV

Im neuen Jahr gilt die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2014, kurz JAEG. Diese vom Bundesamt jährlich neu ermittelte Rechengröße, auch als Versicherungspflichtgrenze bekannt, regelt den Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV).

Wie nun bekannt wurde, steigt die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2014 erneut. Damit ist der Wechsel in die Private Krankenversicherung 2014 und 2015 für abhängig beschäftigte Arbeitnehmer schwieriger.

Jahresarbeitsentgeltgrenze 2014 steigt

Die Jahresabeitsentgeltgrenze 2014 bzw. die Versicherungspflichtgrenze legt fest, ob ein Arbeitnehmer der Sozialversicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung unterliegt oder ob er sich von dieser Versicherungspflicht befreien lassen darf.

Arbeitnehmer mit einem oberhalb der Jahresabeitsentgeltgrenze liegenden Einkommen dürfen einen Wechsel in die private Krankenversicherung und/oder in die private Pflegeversicherung vornehmen, ein vollständiger Verzicht auf eine Kranken- und Pflegeversicherung ist aufgrund der geltenden Versicherungspflicht nicht mehr möglich.

Mit einer Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze geht deshalb unmittelbar eine Einschränkung des berechtigten Personenkreises einher, denn nur derjenige Arbeitnehmer, der ein entsprechendes Arbeitseinkommen bezieht, darf in die PKV wechseln. Somit steigen die Hürden für Arbeitnehmer, welche einen Wechsel in die private Krankenversicherung anstreben.

JAEG 2014 erschwert Wechsel in die Private Krankenversicherung

Die Jahresabeitsentgeltgrenze ist von der Beitragsbemessungsgrenze deutlich abzugrenzen und nicht mit ihr zu verwechseln. Im Jahr 2014 steigt die Jahresarbeitsentgeltgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung auf 53.550 Euro im Jahr, die Grenze ist für Ostdeutschland und Westdeutschland identisch.

Für Arbeitnehmer, die sich mit dem Gedanken an einen Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung tragen, ist diese Anhebung der Jahresarbeitsentgeltgrenze von großer Bedeutung. Wer in die private Kranken- und Pflegeversicherung wechseln will, muss in diesem Jahr und voraussichtlich im kommenden Jahr ein Einkommen beziehen, das oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Anderenfalls ist der Wechsel in die PKV nicht zulässig.

Besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze 2014 im Vergleich zur allgemeinen JAEG

Von der allgemeinen Jahresarbeitsentgeltgrenze ist die besondere Versicherungspflichtgrenze zu unterscheiden. Sie gilt für Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 2002 bereits in der privaten Krankenversicherung freiwillig versichert waren. Die besondere Versicherungspflichtgrenze beträgt im Jahr 2014 48.600 Euro, auch sie wurde im Vergleich zum Jahr 2013 angehoben.

Jahresarbeitsentgelt: Berechnung anhand der Einkünfte

Welche Teile des Arbeitseinkommens in die Jahresarbeitsentgelt eingehen, ist genau definiert. Zunächst fließt das regelmäßige Arbeitsentgelt ein, hinzu kommen Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers, Sonderzahlungen in Form von Weihnachts- oder Urlaubsgeld, die pauschale Vergütung von Überstunden und Zulagen, welche der Arbeitgeber zahlt.

In die Jahresarbeitsentgeltgrenze gehen allerdings diverse Leistungen des Arbeitgebers nicht ein. Dazu gehören pauschal festgelegte Beiträge zu Direktversicherungen und Zuschläge, die bedingt durch den Familienstand gewährt werden. Dazu gehört auch ein Kindergeld, welches der Arbeitgeber zahlt. Auch ein Fahrtkostenersatz oder eine Bezahlung für geleistete Überstunden fließen nicht in die Berechnung des jährlichen Arbeitsentgelts ein.

JAEG schützt Solidargemeinschaft der Krankenkassen

Mit der Regulierung der Versicherungspflichtgrenze legt die Bundesregierung regelmäßig fest, wer Zugang zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung erhält und wer weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse versichert bleibt. Von diesem Recht macht die amtierende Regierung in jedem Herbst Gebrauch.

In der Regel ist ein einer soliden wirtschaftlichen Lage mit einer Anhebung der Versicherungspflichtgrenze zu rechnen. Damit erhöht die Regierung die Hürde für potenzielle Wechsler in die private Krankenversicherung. Gleichzeitig stärkt sie somit die Situation der gesetzlichen Kassen, denn wenn weniger Beitragszahler in die PKV wechseln dürfen, steigt die Zahl der Versicherten in der gesetzlichen Krankenkasse.

Private Krankenzusatzversicherung als Alternative für gesetzlich Versicherte

 

Somit aber erhöhen sich auch die Beitragszahlungen in der GKV unmittelbar. Versicherte, die aufgrund der steigenden Versicherungspflichtgrenze keinen Wechsel in die PKV vornehmen können und die dennoch einen hochwertigen Versicherungsschutz wünschen, haben allerdings die Möglichkeit, mit einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung in Form einer Zusatzversicherung für einen besseren Versicherungsschutz zu sorgen. Dieses Recht bleibt von der Anhebung der Versicherungspflichtgrenze unberührt.



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