Geld & Investment

Junge beleben Geschäft der Bausparkassen

In einem Werbespot einer Bausparkasse ist ein Hippy-Vater mit seiner Tochter zu sehen, der sich gegen das Bausparen und die eigenen vier Wände ausspricht. Das Kind indes sieht das etwas anders und sagt zum Vater „Wenn ich groß bin, will ich auch Spießer werden“.

Mit spießig ist das Bausparen gemeint. In der Tat wurde diese Sparform noch vor Kurzem als spießig und angestaubt angesehen. Bausparens schien eher etwas für konservativ eingestellte Kreise zu sein. Wenn die Bausparkassen jedoch ihre aktuellen Neuabschlussquoten miteinander vergleichen, kommen diese zu dem überraschenden Ergebnis, dass offenbar in der Jugend der Begriff des „Spießertums“ wieder eine Renaissance erlebt. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist demnach nämlich bei der Altersgruppe bis 25 besonders stark ausgeprägt.

LBS Baden-Württemberg: Bestes Brutto-Neugeschäft der letzten zehn Jahre

Dies lässt sich auch in den Zahlen der in dieser Altersgruppe abgeschlossenen Bausparverträge ablesen. Die Landesbausparkasse (LBS) Baden-Württemberg vermeldete beispielsweise in der ersten Hälfte des Jahres ihr bestes Brutto-Neugeschäft der vergangenen zehn Jahre. Das abgeschlossene Sparvolumen betrug 5,4 Milliarden Euro. Der Wert bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um ganze 18,8 Prozent. Allein ein Fünftel der rund 174982 Neuverträge geht auf das Konto der unter 25 jährigen Bausparer.

Niedrigzinsphase lässt Baudarlehen besonders attraktiv erscheinen

Insbesondere die Sicherheit des Bausparens, verbunden mit der Option damit einen Grundstock für die eigenen vier Wände legen zu können wird offenbar als Motivation gesehen, so Experten. Insbesondere Bauwillige erfreuen sich an den derzeitig niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt. Die Bausparkasse Baden-Württemberg indes betrachtet die anhaltende Niedrigzinsphase wie viele Finanzdienstleister mit Sorge.

Ein Anstieg der Zinsen würde ein Darlehen verteuern, daher sollten Bauinteressenten vor Realisierung einer Immobilienfinanzierung die Beratung der jeweiligen Bausparkasse in Anspruch nehmen, damit bei geänderten Bedingungen am Kapitalmarkt die eigenen vier Wände auch dann noch finanzierbar sind. Spießer haben offenbar heute wieder Konjunktur, wer weiß, wie sich die Kinder der heutigen Spießer entwickeln?

Ob diese wieder eine „Neu-68’er-Generation“ hervorbringen, bleibt abzuwarten. Aber auch für diesen Fall dürften die Bausparkassen ohne Sorge sein, spätestens die übernächste Generation dürfte nach der Erfahrung dann wieder eine erneute Spießergeneration sein und diese setzt ja bekanntermaßen aufs Bausparen.



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