Finanzen & Recht

Kartellamt: Bußgeld für Bier-Brauer nach Preisabsprachen

Verbraucher werden immer öfter Opfer von illegalen Preisabsprachen. Dagegen will das Kartellamt verstärkt vorgehen.

In dieser Woche wurde auch der Verdacht gegenüber die Bier-Brauer deutlich, die nun mit einer Strafe rechnen müssen.

Illegale Preisabsprachen, sogenannte Kartelle, sind immer öfter in verschiedenen Sparten zu finden. Egal ob Schokolade, Kaffee oder Kartoffeln, überall werden die Verbraucher teilweise hinters Licht geführt.

Bundeskartellamt verhängt Bußgelder

Dies wurden unter anderem auch in den Artikeln Kartellamt: Millionenstrafen für Süßwarenhersteller und Bundeskartellamt: Verfahren gegen Ölkonzerne berichtet. Nunmehr auch, wenn es um Bier geht. Das Bierkartell muss mit einer Millionen-Strafe rechnen.

Bußgeld über deutsche Bierbrauer verhängt

Die Bußgelder, von denen hier die Rede ist, sind vom Bundeskartellamt in einer Höhe von 106,5 Millionen Euro festgelegt. Verbotene Preisabsprachen beim Bierverkauf sollen der Grund dafür sein. Dabei geht es hauptsächlich um Vorgänge, die aus den Jahren 2006 bis 2008 stammen, wie die Behörde diese Woche in Bonn mitteilte.

Bierkartell: Veltins, Krombacher, Bitburger und Warsteiner

Betroffen sind vor allem die großen deutschen Brauereien, wie unter anderem Veltins, Krombacher, Bitburger und Warsteiner. Der Präsident des Bundeskartellamtes teilte mit, dass durch diverse Ermittlungen Absprachen zwischen den Brauereien nachgewiesen werden konnten. Diese beruhen hauptsächlich auf persönlichen oder aber auch telefonischen Kontakt.

Gesprochen wird hier unter anderem von Fassbier, welches Preiserhöhungen in den besagten Jahren von jeweils fünf bis sieben Euro pro Hektoliter zu verzeichnen hatte. Bei Flaschenbier soll 2008 der Preis abgesprochen gewesen sein. So kam es dadurch zu einer Verteuerung des 20er Kastens Bier um einen Euro.

Preisabsprachen wie im Krimi

Das Kartellamt gab zudem Informationen dazu heraus, wie die Preisabsprachen stattgefunden haben sollen. Dies soll hauptsächlich in geheimen Treffen und bilateralen Kontakten geschehen sein. Die Brauerei-Riesen haben so eine Preiserhöhung über Fass- und Flaschenbiere beschlossen und danach auch, in welcher Größenordnung sich das Ganze bewegen soll.

Erst danach wurden auch überregionale Brauereien in die Kartell-Sitzungen eingeschlossen, die sich unter anderem in Nordrhein-Westfalen finden (Barre). Abgestimmt wurde hier final im Juni 2006 und im September 2007 über die entsprechenden Preiserhöhungen für Bier.

Beck´s Hersteller ist Kronzeuge in diesem Verfahren

Der Beck´s Hersteller Anheuser-Busch InBev Germany Holding GmbH gilt als Kronzeuge in diesem Verfahren. Er hat dem Kartellverfahren die nötigen Informationen zugespielt und bleibt somit ohne Geldbuße. Die anderen genannten Brauereien seien durchaus betroffen, da sie auf Basis einer Bonusregelung kooperiert haben, wie es in einer Mitteilung heißt.

Des Weiteren sind hier zwei weitere Brauereikonzerne sowie vier regionale Brauereien im Verfahren inkludiert, gegen die dieses auch noch läuft. Namentlich benannt werden diese jedoch nicht.

Statement seitens des Kartellamts-Präsidenten

Der Kartellamts-Präsident Mundt hat sich zu dem Verfahren öffentlich geäußert. Unter anderem wies er auch darauf hin, dass den Abzockern mittlerweile schneller das Handwerk gelegt werden könne, weil die Bußgelder wesentlich höher ausfallen und nunmehr auch die verantwortlichen Manager bestraft werden.

Auch geht das Kartellamt mittlerweile präziser vor, sagt er, so dass mehr Kartelle als früher aufgedeckt werden.



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