Wirtschaft

Kartoffelpreise explodieren: Klimawandel verantwortlich?

Der Klimawandel sorgt nicht nur in der Politik für Beunruhigung, sondern zunehmend auch in der Wirtschaft. Insbesondere die Versicherungswirtschaft bekommt durch die zunehmenden Wetterextreme die Folgen des Klimawandels hautnah zu spüren. Da verwundert es auch nicht, dass gerade die Versicherungswirtschaft für eine nachhaltige Klimapolitik eintritt.

Besonders die Rückversicherer setzen sich zunehmend für Umweltschutzprojekte und Klimaschutzmaßnahmen ein. Offenbar hat die Versicherungswirtschaft als einer der ersten verstanden, dass nur eine nachhaltige Klimapolitik sich dauerhaft positiv auf die Bilanzen der jeweiligen Unternehmen auswirkt.

Dendrodaten ausgewertet

In diesem Zusammenhang ist es umso bemerkenswerter, dass Wissenschaftler herausgefunden haben, dass sich die Erderwärmung auf das bekannte Klimaphänomen El-Niño auswirkt. Wie eine aktuelle Studie belegt, hat sich die zunehmende Erderwärmung auf das Klimaphänomen El-Niño derart ausgewirkt, dass dieses verstärkt wird. Eine Analyse von Dendrodaten (Baumringdatierung) hat ergeben, dass das Klimaphänomen El-Niño gegen Ende des 20. Jahrhunderts aktiver war, als Jahrhunderte davor. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Erkenntnisse in dem Fachmagazin „Nature Climate Change“. Hierbei werteten die Forscher über 2000 Jahresring-Chronologien aus.

Weil die Breite der Jahresringe durch diverse Klimafaktoren wie Temperaturunterschiede und die Niederschlagsmenge beeinflusst wird, lässt sich an den Jahresringen ablesen wie sich das Klima in den entsprechenden Jahren verhalten hat. Durch die Auswertung der Jahresringe konnten die Wissenschaftler auch die Häufigkeit und die Mächtigkeit des Zyklus des Klimaphänomens El-Niño analysieren.

Agrarindustrie leidet besonders unter den Folgen des Klimawandels

Insbesondere stellten die Wissenschaftler fest, dass sich ein zunehmender Wechsel von Warm-und Kaltphasen einstellt, der zunehmende Wetterextreme wie Dürreperioden und Überschwemmungen zur Folge hat. Einer der Leidtragenden ist insbesondere die Agrarindustrie. Letztlich wirkt sich die Klimaerwärmung auch auf die Verbraucherpreise aus. Aktuelles Beispiel hierfür sind die explodierenden Kartoffelpreise.

Insbesondere durch das ungewöhnlich kalte und nasse Frühjahr keimten die Kartoffelpflanzen besonders spät und konnten daher zum Teil erst jetzt geerntet werden. Aufgrund der verspäteten Ernte stiegen die Kartoffelpreise jedoch zum Teil massiv an. Teilweise liegen die Erzeugerpreise für Frühkartoffeln derzeit bei einem Preis von 65 Euro je 100 Kilogramm Kartoffeln.

 Kartoffelpreise im Supermarkt steigen teilweise um 50 Prozent

Noch vor einem Jahr betrugen die Preise für 100 Kilogramm Kartoffeln lediglich 25 Euro. Die gestiegenen Preise machen sich letztlich auch in den Supermärkten bemerkbar. Dort stiegen die Preise durchschnittlich gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Preise in den nächsten Wochen wieder sinken werden.

Spätestens dann gleicht sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage dahingehend aus, dass genug Kartoffeln vorhanden sind und die Preise deshalb wieder sinken. Das Beispiel der Kartoffeln zeigt jedoch wie sehr gerade Agrargüter und Klimawandel zusammenhängen. Ähnliche Preisexplosionen lassen sich besonders für Produkte erahnen, die auf Dürre oder übermäßige Nässe besonders sensibel reagieren. Insofern ist der Klimawandel nicht nur eine nachdringliche Aufgabe des Umweltschutzes, sondern zugleich auch Existenzgrundlage einer florierenden Wirtschaft.



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