Politik

Kiel: Susanne Gaschke zurückgetreten – Die zweifelhafte Rolle der Kieler Nachrichten

Die Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) hat am heutigen Montag ihren Rücktritt erklärt. Gegen Mittag erklärte sie im Kieler Rathaus ihren Rücktritt als Oberbürgermeisterin. Der eigentliche Grund für den Rücktritt ist in einer Eilentscheidung zu sehen, die einem Kieler Augenarzt eine Steuerschuld in Höhe von 3,7 Million Euro erlassen hat. Als Rücktrittsgrund gab die Oberbürgermeisterin jedoch nicht den “Steuerdeal“ mit dem Augenarzt an, sondern die persönlichen, politischen und medialen Angriffe gegen ihre Person.

Wörtlich sagte Susanne Gaschke: “Ich kann die politischen, persönlichen und medialen Angriffe, denen ich seit mehr als neun Wochen ausgesetzt bin, nicht länger ertragen.“ In der Rücktrittserklärung sprach sie zudem von Personen die ihr mit Hass begegnet seien. Auch wenn sie keine genauen Namen nannte, dürfte zwischen den Zeilen wohl herauszulesen sein, um welche Person es sich dabei handelte.

Wer begegenete Susanne Gaschke mit Hass?

Neben dem Ministerpräsidenten Thorsten Albig, handelt es sich dabei offenbar auch um den schleswig-holsteinischen Parteivorsitzenden Ralf Stegner und den Innenminister Andreas Breitner. Allerdings griff die Oberbürgermeisterin auch die Berichterstattung der Tageszeitungen “Kieler Nachrichten“ an. Gaschke beziechnete die Tageszeitung als örtliches Monopolblatt“. Die “Kieler Nachrichten“ haben über die Person der Oberbürgermeisterin oftmals negativ berichtet. Die “Kieler Nachrichten“ besitzen für die Landeshauptstadt Kiel in der Tat eine gewisse Monopolstellung. Andere Tageszeitungen in der Landeshauptstadt mit speziell lokalen Themen gibt es nicht.

Kieler Nachrichten gelten der CDU nahe stehend

Die “ Kieler Nachrichten“ gelten zudem der CDU nahestehend. Dies erklärt sich bereits aus der Geschichte der Tageszeitung selbst hearus. Entstanden die “Kieler Nachrichten“ doch als CDU-Lizenzzeitung. Da Meinungen auch gemacht werden, haben sich die “Kieler Nachrichten“ dieser Meinungsmache in der Landeshauptstadt mehr als verschrieben. Bietet doch ein Rücktritt von Susanne Gaschke die Möglichkeit einen CDU-Oberbürgermeister ins Amt zu hieven. Ob dem so kommt, entscheiden zwar letztendlich die Bürgerinnen und Bürger, zumindest für den Augenblick haben die “Kieler Nachrichten“ aber offenkundig ihr Ziel durch die Medienkampagne gegen Gaschke erreicht.

Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) will Gaschke offenbar beerben

Für die Journalistin Susanne Gaschke dürfte der Ausflug in die Sphären der Politik zumindest eines gezeigt haben, Politik ist offenbar schmutziger als das jemals ein Journalist in Worte fassen könnte. Schlimm ist nur, wenn Journalisten meinen, die Funktion eines Politikers gleich mit übernehmen zu wollen. Für die Stadt Kiel bedeutet der Rücktritt der Oberbürgermeisterin nun, dass der stellvertretende Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) bis zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters oder einer neuen Oberbürgermeisterin die Amtsgeschäfte fortführt. Dem Stellvertreter der Oberbürgermeisterin werden selbst Ambitionen auf die Nachfolge von Gaschke nachgesagt. Innerhalb einer Frist von sechs Monaten muss nun in Kiel gewählt werden. Wer sich allerdings für das Amt der Oberbürgermeisterin oder des Oberbürgermeisters in Kiel noch zur Verfügung stellen will, darf angesichts der Ereignisse um Susanne Gaschke nicht gerade zu beneiden sein.



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