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Kinderpornografie: KAB-Vorsitzender gibt Ämter auf

Der Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Georg Hupfauer, hat alle seine Ämter aufgegeben. Der Grund ist die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft Aachen gegen Hupfauer wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornographie ermittelt.

Staatsanwaltschaft Aachen bestätigt Ermittlungen gegen Hupfauer

Anders als viele andere gibt er aber zu, dass er “auf diesen Seiten war.“ Grundlage für die Ermittlung ist eine Strafanzeige aus dem März 2013. Wie ein Staatsanwaltsprecher gegenüber der “Bild“-Zeitung bestätigt, wird gegen Georg Hupfauer wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornographie ermittelt. Bei einer Durchsuchung im Privathaus des KAB-Bundesvorsitzenden im März 2013 wurden verschiedene Datenträger seitens der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Viele weitere Speichermedien wie Festplatten und USB-Sticks werden seitens der Ermittler noch ausgewertet. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) ist Mitglied der Weltbewegung christlicher Arbeiter und wird als Sozialverband anerkannt.

Über Jahre hinweg frei zugängliche pornografische Seiten besucht

Seit 2011 war Georg Hupfauer Bundesvorsitzender der KAB. Zudem war er Vorsitzender weiterer katholischer Organisationen in Deutschland. Hupfauer ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Gegenüber dem “Kölner Express“ sagte Hupfauer wörtlich: “was soll ich rumeiern wie andere?! Ich räume ein, das ich über Jahre hinweg im Internet frei zugängliche, pornographische Seiten querbeet besucht habe. Darunter hat sich auch Kinderpornographie befunden. Ich habe nicht gezielt danach gesucht, aber ich war auf diesen Seiten. Das ist so. Das ist ein riesiger Fehler gewesen.“

Umfeld reagierte mit Bestürzung

Kollegen des KAB-Vorsitzenden hätten derweil mit Bestürzung und einem gewissen Maß an Fassungslosigkeit auf die Vorwürfe reagiert, so Hupfauer. Dieser spricht in dem Interview mit dem “Kölner Express“ davon, dass er nun “nach Herrn Edathy der zweit-bekannteste Mann Deutschlands sei.“ Weiter sagte Hupfauer, “dass ihm bewusst sei, dass es das bisherige Leben des Georg Hupfauer nicht mehr geben wird.“ Die zweite Vorsitzende des KAB, Regina-Dolores Stieler-Hinz spricht hingegen davon, dass nun Schaden von dem Verband abgewendet werden müsse.

Strafmaß noch offen

Derweil hofft der Bundespräses des KAB, Johannes Stein, dass die 120.000 Mitglieder “zwischen den Ermittlungen gegen eine Privatperson und dem sozialpolitischen Auftrag der KAB unterscheiden werden.“ Hupfauer arbeitete vor seiner Tätigkeit in der KAB als Journalist in Aachen. Anders als bei Herrn Edathy dürfte im Falle Hupfauer die Unschuldsvermutung nicht länger gelten, da dieser selbst zugegeben hat, auf den kinderpornografischen Seiten gewesen zu sein. Lediglich der Strafrahmen dürfte danach bemessen werden, ob Hupfauer die Seiten nur im Internet angesehen hat (was bereits strafbar ist) oder ob er zusätzlich auch Bilder oder Filme mit kinderpornographischen Inhalten auf den PC heruntergeladen hat. Im Letzteren Fall dürfte das Strafmaß deutlich höher liegen.



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