Versicherung & Vorsorge

KKH-Allianz übergibt internen Prüfbericht an das Bundesversicherungsamt

Das Bundesversicherungsamt hat im Zuge der Affäre um die Versicherten der KKH-Allianz den internen Prüfbericht der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten. Demnach hat die gesetzliche Krankenkasse versucht in 199 Fällen Versicherte aus der Krankenversicherung zu drängen und einen Wechsel anzuraten.

Wie die KKH-Allianz in dem Prüfbericht mitteilt, sei als „Ursache für diese Verhaltensweise eine unzureichende Überwachung der jeweils handelnden Mitarbeiter durch entsprechende Vorgesetzte ausgemacht worden“. Aus den vorliegenden Telefonprotokollen geht hervor, dass viele der Angerufenen mit den jeweils gefundenen Lösungen „zufrieden waren“.

Geschäftsleitung offenbar entlastet

Sowohl das Bundesversicherungsamt als auch die Geschäftsführungen der KKH-Allianz sehen keine Fehler bei der Geschäftsleitung der betroffenen Krankenkasse. Das Bundesversicherungsamt ist demnach zu dem Ergebnis gekommen, dass der Vorstand keine Steuerungsverantwortung hinsichtlich des Vorfalls gehabt habe.

Vorstand der KKH-Allianz wandte sich an „Frontal 21-Redaktion“

Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ hatte in einem Bericht dargelegt, dass schwer kranke und zum Teil finanziell schwache Mitglieder durch Mitarbeiter der KKH-Allianz angerufen wurden und diesen in dem Gespräch mitgeteilt wurde, dass die Betroffenen doch bitteschön die Krankenversicherung wechseln sollen.

Der Vorstand der betroffenen Krankenversicherung wandte sich zwischenzeitlich in einem Brief an die Redaktion des ZDF-Magazins und warf der Redaktion eine einseitige und unvollständige Darstellung in dem Bericht vor. Derweil hat der Vorsitzende des Ärzte-Hartmann Bundes in Niedersachsen, Dr. Bernd Lücke, den Vorstandschef der KK H-Allianz aufgefordert sein Amt niederzulegen und die Verantwortung für das Geschehene zu übernehmen.

Viele Mitglieder verließen KKH-Allianz nach Einführung von Zusatzbeitrag

Zudem sei die Staatsanwaltschaft dazu aufgerufen entsprechende Schritte einzuleiten so Lücke. Da es sich bei der durchgeführten Revision um eine so genannte Innenrevision handelt, die von der Krankenversicherung selbst durchgeführt wurde und insofern Kontrollmechanismen von außen fehlen, sei dahingestellt, ob die Prüfung objektiv erfolgt ist.

Im Zuge der Einführung der Zusatzbeiträge hat die KKH-Allianz eine Menge Mitglieder verloren. Auch wenn der Zusatzbeitrag seitens der Krankenversicherung mittlerweile nicht mehr erhoben wird, haben doch insbesondere gesunde und junge Mitglieder die Krankenversicherung verlassen.

Ist Ingo Kailuweit im Amt des Vorstandsvorsitzenden noch zu halten?

Geblieben sind in erster Linie finanzschwache und kranke Versicherte. Ob das betroffene Versicherungsunternehmen durch den Bericht des ZDF-Magazins irreparablen Imageschaden erlitten hat, bleibt zudem abzuwarten. Die Telefonprotokolle, die der Redaktion des Magazins vorliegen, zeigen in jedem Fall, mit welcher Häme zum Teil die Mitarbeiter der KKH-Allianz agiert haben. Außerdem ist es sehr fraglich, dass der Vorstand der Krankenversicherung von den Vorgängen nichts gewusst haben will. Sollte dies so sein, so stellt sich die Frage, ob Ingo Kailuweit, der Vorstandsvorsitzende der KKH-Allianz, der richtige Mann in der Position ist, da er offenbar nicht weiß was in seinem Unternehmen vor sich geht.



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