Politik

Koalitionspoker: Grüne kneifen vor Koalition mit der Union

Beim Koalitionspoker sind die Grünen ausgestiegen. Betrachtet man die Kommentare der Unionspolitiker und der Grünen-Politiker zu den Gesprächen die zwischen beiden Parteien stattgefunden haben, so wird die Absage der Grünen mehr als unverständlich. Die Grünen sprechen im Hinblick auf eine mögliche Koalition mit der Union von Brücken, die die Union der Partei gebaut habe, Türen, die für die Zukunft offen seien und weitere Metaphern, die eher für als gegen eine Koalition zwischen Union und Grüne sprechen würden. Die Grünen haben offenbar eher Angst bei zukünftigen Wahlen für eine Koalition mit der Union abgestraft zu werden.

Sondierungsgespräche zwischen Union und Grünen: Wie ein friedvolles Familientreffen

Den Abschied der FDP aus dem Parlament vor Augen, wollen die Grünen offenbar ihr Wählerklientel nicht verprellen. Was die Grünen nun jedoch produzieren, ist eine derart schwache Opposition, die für die Partei ebenfalls die Gefahr birgt, bei den nächsten Wahlen abgestraft zu werden. Dann könnte das Argument lauten, dass die Grünen im Parlamentsalltag kaum wahrgenommen wurden. Selbst zwischen der CSU und den Grünen schien es bei den Sondierungsgesprächen gemenschelt zu haben, ganz anders als zwischen der SPD und der CSU. CSU-Generalsekretär Dobrindt geriet mit der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in einen handfesten Streit. Insofern wirkten die Gespräche zwischen der Union und den Grünen eher wie ein friedvolles Familientreffen. Trotz der Absage der Grünen an die Union im aktuellen Koalitionspoker dürfte ein derartiges Bündnis eine mögliche Machtoption für die Zukunft sein.

Noch-Frontköpfe der Grünen: Angst vor der politischen Versenkung?

Möglicherweise lag die Absage der Partei auch daran, dass bestimmte Funktionen in der Partei noch nicht neu besetzt wurden und noch agierende grüne Frontköpfe Angst davor haben, bei einer Koalitionszusage zu Gunsten der Union, möglicherweise völlig in der politischen Versenkung zu verschwinden. Innerhalb der Bevölkerung steigt indes die Zustimmung für ein Bündnis aus Union und Grünen. Spätestens seit die Grünen im konservativ geprägten Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten stellen, gilt die Partei als regierungsfähig mit der Union. Stellt doch letztlich der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann den Idealtypus eines konservativ agierenden und dennoch grün denkenden Politikers dar.

Zudem gelten die Grünen mittlerweile als Partei der Besserverdienenden und des Bildungsbürgertums. Auch dies mag einer der Gründe dafür sein, warum die FDP nicht mehr in den Bundestag gekommen ist. Beherbergen die Grünen doch auch zahlreiches liberales Gedankengut. Letztlich könnte eine nun begründete Große Koalition die Brücken zwischen den Grünen und der SPD weit mehr zerstören als Brücken zwischen der Union und den Grünen in den Gesprächen der letzten Tage aufgebaut wurden. Insofern könnte das Zögern und Zaudern der Grünen letztlich für die Partei wie ein Bumerang wirken.



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