Gesundheit

Kopfverletzungen: Die ungeahnten Folgen

Kopfverletzungen können nicht nur gewaltige gesundheitliche Schäden mit sich bringen, sondern auch hohe Schmerzensgeldforderungen verursachen. So sprach das Oberlandesgericht Oldenburg nun einem Geschädigten eine sehr hohe Schmerzensgeldsumme zu. Denn der Geschädigte muss seither mit großen Einschränkungen sein Leben bestreiten.

 

Der Kopf als empfindliches Körperteil

Viele Menschen verkennen die Gefahren, die von einem Schlag auf den Kopf ausgehen können. Besonders bei körperlichen Auseinandersetzungen wird der Kopf nicht selten in Mitleidenschaft gezogen. Das kann bei dem Opfer aber zu gravierenden Dauerschäden führen. Die daraus resultierenden Einschränkungen rechtfertigen dann auch den Erhalt eines Schmerzensgeldes in Höhe von bis zu 200.000 Euro.

Oberlandesgericht Oldenburg entschied für Opfer

In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Oldenburg, dass dem Opfer sogar noch mehr Schmerzensgeld zusteht, als das Landgericht Aurich beschlossen hatte. Das Opfer bekam nun ein Schmerzensgeld von 200.000 Euro zu gesprochen.

Diskothek-Schlägerei mit Folgen

Am 29.Spetember 2007 war der Kläger vom Beklagten in einer Diskothek in Aurich mit der Faust auf den Kopf geschlagen worden. Er fiel daraufhin rückwärts hin. Der Beklagte setzte sich anschließend auf sein Opfer und schlug mindestens noch zwei Mal mit der Faust auf den Kopf des Klägers. Es kam zu schwersten Verletzungen.

Bewusstlos ins Krankenhaus

Nach diesem Angriff wurde der Kläger bewusstlos in ein Krankenhaus eingeliefert. Hier konnten die Ärzte ein Schädel-Hirn-Trauma, ein traumatisches Hirnödem und unterschiedliche Frakturen diagnostizieren.

Die schweren Folgen

Noch heute leidet der Kläger an einer schweren Sprachstörung, einer aufgehobene Feinmotorik der rechten Hand, einer deutliche Spastik des rechten Beines sowie Störungen der Gedächtnisfunktion und der affektiven Kontrolle. Es wurde ein Grad der Schädigung von 80 Prozent erkannt. Darüber hinaus, gehen die Mediziner auch davon aus, dass sich keine wesentliche Verbesserung einstellen wird.

Verletzungen mit Vorsatz zugefügt

Das Oberlandesgericht Oldenburg war der Auffassung der Täter haben, vorsätzlich gehandelt und so auch billigend in Kauf genommen, dass der Kläger schwere Verletzungen davon tragen kann. Entsprechend muss der Täter nun aufgrund der langwierigen und außerordentlich belastenden Behandlung und insbesondere der gravierenden Dauerschäden und den damit verbundenen Einschränkungen ein entsprechendes Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen.

Bereits kleinste Kopfverletzungen können fatal enden

Das aktuell Urteil und das damit verbundene Schicksal zeigt eindeutig, wie schnell es gehen kann. Und wie schnell ein Leben nicht mehr das ist, was es einmal war. Die körperlichen Beeinträchtigungen, die durch eine Kopfverletzung verursacht werden können, sind enorm.

Oberlandesgericht Oldenburg, Urteil vom 7. Januar 2014 – 12 U 130/13



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