Gesundheit

AOK Krankenhaus-Report: Tote durch Behandlungsfehler vermeidbar

In deutschen Kliniken sterben jährlich etwa 19.000 Patienten. Der Grund dafür liegt an den Behandlungsfehlern der behandelnden Ärzte bzw. Chirurgen.

Die Krankenhäuser verschweigen diese Tatsache scheinbar  gerne.

Dennoch deckte der Krankenhaus-Report die erschreckende Zahl nun auf.

Mehr Todesfälle als im Straßenverkehr

Mit rund 19.000 Toten sterben in den deutschen Krankenhäusern fünfmal so viele Menschen, wie im Straßenverkehr. Dies brachte nun der Krankenhaus-Report der AOK am gestrigen Dienstag (21.01.2014) ans Licht. Dabei sollten Krankenhäuser doch eigentlich dafür da sein, das Leben der Patienten zu retten.

AOK Krankenhaus-Repport: Behandlungsfehler sind vermeidbar

Aber nicht nur die erschreckende Zahl von 18.800 Menschen gibt zu denken. Auch die Tatsache, dass einige Behandlungsfehler vermieden werden könnten. Max Geraedts ist Leiter des Instituts für Gesundheitssystemforschung der Universität Witten/Herdecke und hat den Report unter anderem mit herausgegeben.

Laut Geraedts müssten gar nicht so viele Menschen sterben, wenn sich die Krankenhäuser einfach besser organisieren würden.

Schlechte Hygiene in Krankenhäusern ein Grund

Max Geraedts führt unter anderem die Hygienemängel in den Krankenhäusern als ein Grund für die hohe Sterberate an. Durch diese Hygienemängel kommt es unter anderem bei Operationswunden zu Entzündungen.

Und diese können eben auch tödlich enden. Darüber hinaus gibt es auch immer noch Krankenhäuser, die nicht ausreichend auf die Händedesinfektion achten.

Vier Prozent der Patienten erleiden eine Krankenhausinfektion

Jedes Jahr erleiden etwa vier Prozent der Patienten eine Krankenhausinfektion. Einige der Betroffenen können eben auch an den Folgen sterben. Genau diese Behandlungsfehler könnten aber eben verhindert werden. Entsprechend würden auch Patienten nicht mehr an einer Krankenhausinfektion sterben.

„Schuster, bleib bei Deinen Leisten“

Der Krankenhaus-Report sagt aber auch eindeutig, dass sich die Krankenhäuser nur auf das beschränken sollen, was sie können. Viele Krankenhäuser versuchten immer wieder kleine Uni-Kliniken zu sein und bieten Behandlungen an, die eigentlich nicht dort durchgeführt werden sollten. Auch so kommt es zu Behandlungsfehlern, die auf Kosten der Patienten gehen.

Krankenhäuser müssen handeln

Ob der Krankenhaus-Report wirklich etwas verändern kann, wird sich noch zeigen. Auf jeden Fall geht eine eindeutige Forderung  vom Report an die Krankenhäuser. Die neue Fehlerkultur sollte etabliert werden und die Fehlerberichtsysteme sollten auch genutzt werden.

Weniger Fehler = weniger Schadenersatzansprüche

Der Krankenhaus-Report sollte aber nicht nur den Patienten helfen. Auch die Schadensersatzansprüche könnten durch die Vermeidung von Behandlungsfehlern gemindert werden. Die Zahlen für die jährlichen Schadensersatzansprüche gegenüber Krankenhäusern gehen in die Millionen.

Würden die Kliniken die Fehler vermeiden, könnten auch diese Kosten eingespart und effektiver eingesetzt werden.



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