Finanzen & Recht

Krankenkassen Beitragssatz ab 2015 flexibel?

Die Krankenkassen haben einen Überschuss in Milliardenhöhe.

Davon profitieren auch die Versicherten, da sie von den meisten gesetzlichen Krankenversicherungen einen Einmalbetrag in Form einer Krankenkassen Dividende jährlich zurückbekommen, der zwischen etwa 60 und 100 Euro beträgt.

Dennoch könnte sich der Wechsel zu einer anderen Krankenkasse künftig lohnen. Die Versicherer dürfen den Beitragssatz ab 2015 nämlich selber festlegen.

Krankenversicherungsbeitrag bald kassenabhängig?

Das Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe soll Anfang Juli 2014 in Kraft treten. Die neuen Beitragssätze der Krankenkassen gelten dann ab dem 1. Januar 2015.

Die Versicherer können die Höhe des Beitragssatzes dann selber festlegen. Das bedeutet auch, dass die Kopfpauschale abgeschafft wird.

Beitragssätze werden festgeschrieben

Der Beitragssatz für Arbeitgeber soll auf 7,3 Prozent dauerhaft festgeschrieben werden. Für Arbeitnehmer soll der gleiche Prozentsatz gelten. Laut der ‚Rheinischen Post‘ soll der Anteil in Höhe von 0,9 Prozent, den die Arbeitnehmer alleine für den Beitragssatz entrichten müssen, flexibler Teil eines neuen Zusatzbeitrages werden.

Der allgemeine Beitragssatz liegt derzeit bei 15,5 Prozent. Der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer bezahlen davon jeweils 7, 3 Prozent und der Arbeitnehmer zusätzlich 0,9 Prozent für Zahnersatz.

Krankenkassen entscheiden selbst, ob der Beitrag erhöht wird

Je nach ihrer finanziellen Situation können die Krankenkassen selber bestimmen, ob sie den Beitragssatz erhöhen oder senken. In diesem Fall kann der Arbeitnehmeranteil individuell erhöht werden. Dieser wird wie der Beitragssatz auch, vom beitragspflichtigen Einkommen abgerechnet. Das bedeutet, dass alle Preiserhöhungen, die im Gesundheitswesen vorgenommen werden, von den Versicherungsnehmern alleine bezahlt werden müssen.

Dies könnte dazu führen, dass es einen erhöhten Konkurrenzwettbewerb gibt. Zudem ist davon auszugehen, dass zahlreiche Versicherte zu einer anderen Krankenversicherung wechseln.

CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn erklärte, dass es wichtig sei, dass der Arbeitgeberanteil festgeschrieben bleibt, damit die Lohnnebenkosten stabil bleiben.

Kopfpauschale war eine hohe Belastung für Geringverdiener

Karl Lauterbach, SPD-Fraktionsvize betonte, dass die kleine Kopfpauschale in der Vergangenheit vor allem eine Belastung für Rentner und Geringverdiener darstellte. Durch die Gesetzesänderung würde die Kopfpauschale abgeschafft.

Das Zentrum der Reformen von 2007 und 2011 wird von Gesundheitsminister Hermann Gröhe gekippt, da die pauschalen Zusatzbeiträge gestrichen werden.

Zusatzpauschale seit Jahren umstritten

Krankenkassen, die finanziell eher schlecht aufgestellt waren, durften bisher eine Zusatzpauschale von ihren Versicherten einfordern. Die Pauschale sorgte seit über zehn Jahren für nervenaufreibende Debatten in der Gesundheitspolitik.

Gesundheitsfonds läuft weiter

Der Gesundheitsfonds läuft wie bisher weiter. Die Gelder, die an die an die Krankenversicherungen verteilt werden, werden am Alter und der Krankheit von Versicherungsnehmern gemessen.

Kündigungswelle bei den Krankenkassen

Die Regierung hat sich dazu entschlossen, das Gesetz bereits im Sommer in Kraft zu setzen. Die Krankenkassen haben dadurch die Gelegenheit, ihr System umzustellen.

Im Jahr 2009 waren verschiedene Krankenkassen aufgrund ihres finanziellen Engpasses dazu gezwungen, einen pauschalen Zusatzbeitrag einzuführen. Viele dieser Krankenversicherungen waren von einer Kündigungswelle betroffen. Eine Krankenkasse musste sogar schließen. Durch die Abschaffung dieser Pauschale sollen sich solche Vorfälle nicht mehr ereignen.

Ist dies vielleicht ein Trugschluss? Schließlich können die Versicherer nun ihren Beitragssatz selbst anpassen. Die höheren Kosten werden in diesem Falle auf die Arbeitnehmer abgewälzt. Dies könnte die Versicherungsnehmer zu einem Wechsel bewegen.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.