Wirtschaft

Kündigungswelle beim ADAC, Mitgliederzuwachs beim ACE

Nachdem die Manipulation vom ADAC beim ‚Lieblingsauto der Deutschen‘ und Informationen über die Dienstreisen mit dem Rettungshubschrauber an die Öffentlichkeit gelangt sind, wird der größte Automobilclub Deutschlands aktuell mit einer Kündigungswelle bestraft.

Derzeit ist davon auszugehen, dass der ADAC Zehntausende Mitglieder verliert.

Über 66.000 Kündigungen?

Der Skandal rund um den ADAC hat weite Kreise gezogen. Bis zum 31. Januar gab es laut dem Automobilclub 66.200 Kündigungen. Allerdings müssen die Mitglieder Kündigungsfristen einhalten, sodass noch nicht alle Kündigungen wirksam seien, erklärte der ADAC am Montag.

Im letzten Jahr betrug die Zahl der Kündigungen etwa 51.800. Bisher wurden laut dem Automobilclub 55.000 weitere Kündigungen noch nicht bearbeitet. Im Januar würde die Zahl der unbearbeiteten Austrittsformulare für gewöhnlich zwischen 5.000 und 10.000 betragen.

ADAC am Boden zerstört

2013 konnte der ADAC 528.000 Mitglieder für sich gewinnen. Das Durchschnittsalter der Mitglieder beträgt 49,1 Jahre. Die meisten blieben dem Club für 21,1 Jahre treu.

Neue Enthüllungen dürften zur Kündigungswelle beigetragen haben. Nachdem herauskam, dass bei der Wahl zum ‚Lieblingsauto der Deutschen‘ Manipulationen nachgeholfen haben, gerat der Verein stark in die Kritik. Als dann bestätigt wurde, dass der ADAC den Rettungshubschrauber für Dienstreisen des Präsidiums einsetzte, entschieden sich zahlreiche Mitglieder zu kündigen.

Peter Meyer, der Vereinspräsident des ADAC sagte in der ARD-Sendung ‚Günther Jauch‘, die am Sonntagabend ausgestrahlt wurde, dass der ADAC tief betroffen sei von den Skandalen und sie wirklich am Boden liegen würden. Der Vorfall solle jedoch komplett aufgeklärt werden, hieß es weiter.

ACE gewinnt Mitglieder für sich

Der Auto Club Europa scheint vom ADAC-Skandal zu profitieren. Rainer Hillgärtner, der Sprecher von ACE, erklärte am Dienstag, dass auf der Webseite 29.000 mal der ‚Mitglied werden‘-Button angeklickt wurde.

Für den ACE sei dies eine beachtliche Zahl. Das Callcenter sei derzeit ‚völlig überlastet‘, sodass viele Anrufe nicht mehr entgegengenommen werden könnten, hieß es weiter.

Erste Bilanz des ADAC

Über neue Mitglieder könne bisher noch keine Bilanz erstellt werden, erklärte Meyer. Schließlich hätten Club-Wechsler eine dreimonatige Kündigungsfrist. Darüber hinaus müsse man damit rechnen, dass Eintritte kurzfristig storniert werden könnten.

Am Montag teilte der Automobilclub mit, dass er mit etwa 15.000 Kündigungen rechne. Zur Erinnerung – Zehntausende Kündigungen wurden noch nicht bearbeitet. Dennoch beharrt der ADAC darauf, etwa 15.000 Mitglieder verloren zu haben.

Der Eingang zahlreicher Austrittsformulare sei auf die jüngsten Entwicklungen zurückzuführen und es solle nicht darüber spekuliert werden, sagte der ADAC-Sprecher.

Der größte Automobilclub Deutschlands

Ob der ADAC auch künftig der größte Automobilclub Deutschlands bleiben wird, bleibt abzuwarten.

Derzeit zählt der Verein etwa 18,9 Millionen Mitglieder. Der Auto Club Europa gilt als der zweitgrößte deutsche Autoclub und hat 580.000 Mitglieder.

Durch die Kündigungen beim ADAC könnte der ACE nun einen deutlichen Mitgliederzuwachs erleben.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.