Politik

Landtagswahl in Bayern: CSU holt absolute Mehrheit, FDP kämpft um Existenz

Die Landtagswahl Bayern bescherte der CSU wieder die absolute Mehrheit.  Nachdem die CSU bei der Landtagswahl im Jahr 2008 nur auf 43,4 Prozent gekommen ist und auf einen Koalitionspartner angewiesen war, erreichte die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Horst Seehofer diesmal 47,7 Prozent. Die SPD konnte ebenso wie die CSU Stimmen hinzugewinnen. Gegenüber der letzten Landtagswahl in Bayern gewann die SPD rund zwei Prozentpunkte hinzu.

Weil der SPD-Spitzenkandidat und Oberbürgermeister von München, Christian Ude, jedoch sein Wahlziel Ministerpräsident zu werden, verpasst hat, will er sein Landtagsmandat nicht annehmen. Die Grünen und die Freien Wähler mussten hingegen leichte Stimmverluste hinnehmen. Der große Verlierer der Landtagswahl in Bayern ist jedoch die FDP. Mit 3,3 Prozent landete die Partei weit abgeschlagen unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde.

Die ÖDP und Bayernpartei verbuchen kleine Erfolge

Die Linkspartei musste ebenfalls deutliche Stimmenverluste hinnehmen und erreichte diesmal lediglich rund zwei Prozentpunkte. Bei der letzten Landtagswahl erreichte die Linke noch über 4 Prozent der Stimmen. Obwohl sie nicht in den Landtag gekommen sind, können die ÖDP und die Bayernpartei ihr Wahlergebnis von rund 2 Prozent durchaus als kleinen Erfolg verbuchen. Die Piratenpartei indes konnte an ihre letzten Erfolge nicht anknüpfen und verpasste ebenso wie die FDP den Einzug in den Landtag. Die Grünen kamen bei der Landtagswahl im Jahr 2008 auf rund 9,4 Prozent und erreichten diesmal 8,6 Prozent. Die Freien Wähler verloren ebenfalls leicht, landen mit 19 Landtagsmandaten jedoch ein Mandat vor den Grünen, die auf 18 Mandate kommen.

Politisches Waterloo für die FDP

Die FDP indes dürfte mit ihren 3,3 Prozent insbesondere im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl wahre Existenzängste verspüren. In der FDP-Parteizentrale rief Wirtschaftsminister Philipp Rösler deshalb auch zu einem Kampf bis zuletzt auf. In den letzten Umfragen vor der Wahl rangierte die FDP in Bayern bei 4 Prozent.

FDP muss bei Bundestagswahl zittern

Dass das Wahlergebnis nun sogar 0,7 Prozent unter der Prognose lag, dürfte im Hinblick auf die Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl der FDP besondere Sorgen bereiten. Denn in aktuellen Umfragen liegt die Partei derzeit bei genau 5 Prozent. Sollte bei der Bundestagswahl ebenfalls ein Ergebnis für die FDP herauskommen, dass unter der Prognose liegt, dürften die Liberalen erstmals in ihrer Geschichte nicht mehr bundespolitisch vertreten sein.

Experten sehen Abwahl der FDP aus dem Bundestag positiv

Experten gehen indes davon aus, dass eine Abwahl aus dem Bundestag insbesondere für den sozialliberalen Flügel der Partei eher positiv wäre, als negativ. Bei einer Abwahl aus dem Bundestag könnte die FDP sich neu aufstellen und in vier Jahren dann mit einem neuen Image erneut das Vertrauen der Wähler genießen. Das derzeitige wirtschaftsliberale Image indes kommt bei den Bürgerinnen und Bürgern alles andere als gut an. Dies belegen nicht zuletzt die Wahlergebnisse und die aktuellen Umfragen für die FDP.



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