Politik

Landtagswahl Schleswig-Holstein: Nord-Grüne küren Landtagskandidaten

Die Nord-Grünen haben auf einem Parteitag in Kiel ihre Landesliste für die Landtagswahl am 06,. Mai aufgestellt. Dabei gab es einige faustdicke Überraschungen.

Torsten Fürter abgewählt

So wurde der bisherige Landtagsabgeordnete und Kandidat für die Lübecker Bürgermeisterwahl, Thorsten Fürter, nicht wieder aufgestellt. Die bisherige Abgeordnete Luise Amtsberg, welche erst in der letzten Legislaturperiode in den Landtag eingezogen ist, kandidierte als einzige der bisherigen Abgeordneten nicht wieder. Als Grund dürfte hier der Studienabschluss der bisherigen Studentin zu vermuten sein.

Blamage für Karl-Martin Hentschel

Zudem gab es eine besondere weitere bemerkenswerte Überraschung. Der langjährige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, der bei der letzten Landtagswahl noch dadurch Respekt hervorrief, dass er auf eine erneute Nominierung verzichtete, weil es bei drei Wahlgängen damals zum Patt zwischen ihm und Andreas Tietze um Platz 4 kam, wollte es nun erneut wissen. Die Partei sagte ihm denn auch, was sie von einer erneuten Kandidatur (Hentschel wollte für Platz 6 oder 8 kandidieren) hält, nämlich überhaupt nichts. Karl-Martin Hentschel wurde nicht aufgestellt. Das Problem des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden war bei der Nominierung genau dass, was viele Politiker verpassen, nämlich den richtigen Zeitpunkt zum Absprung. Hentschel hat sich mit seiner erneuten Kandidatur für den Landtag indes keinen Gefallen getan und seiner Partei wohl auch nicht. Hentschel dachte wohl der Respektbonus hätte auch nach einigen Jahren noch Bestand. Er dürfte sich damit verspekuliert zu haben.

Liste mit nur wenigen Verschiebungen auf den ersten Plätzen

Ebenfalls mit Blessuren aus der Nominierung geht der Kreisgeschäftsführer des Kreises Plön und der dortige Fraktionsvorsitzende der Plöner Kreistagsfraktion, Axel Hilker. Hilker, dem in Parteikreisen auch Pedanterie nachgesagt wird, wurde ebenfalls nicht für die vorderen 20 Plätze berücksichtigt. Er wollte für Platz 11 kandidieren. Ebenfalls leer aus geht der Kieler Lutz Oschmann, der sich als Kommunalpolitiker in Kiel einen Namen gemacht hat. Von der alten Fraktion erneut einziehen werden wohl die bisherigen Abgeordneten Robert Habeck (Platz 2, Spitzenkandidat), Monika Heinold (Platz 1), der Abgeordnete Rasmus Andresen (Platz 4), Marret Bohn (Platz 5), Bernd Voss (Platz 6), Anke Erdmann (Platz 7), Marlies Fritzen (Platz 9) und Andreas Tietze (Platz 10). Ob angesichts der Verkleinerung des Landtages die nachfolgenden Plätze trotz derzeitiger Umfrageergebnisse von 17 Prozent Berücksichtigung finden werden, bleibt abzuwarten. Sollten die Grünen bei 17 Prozent liegen, so dürften wahrscheinlich auch die bisherigen Abgeordneten Ines Strehlau (Platz 11) und der Abgeordnete Detlef Matthiesen (Platz 12) Berücksichtigung finden. Bei günstigen Umständen könnten auch noch die Plätze 13 und 14 ein Ticket in den Landtag bedeuten. Platz 13 belegt Ruth Kastner und Platz 14 Thomas Lange. Unter den ersten zehn Listenplätze gibt es zudem zwei Neuzugänge, auf Platz 3 konnte sich Eka von Kalben durchsetzen und auf Platz 8 Burkhard Peters.



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