Politik

Libyen: Die Gaddafis werden in der Wüste begraben

Nach dem Tod des ehemaligen Diktators Muammar Gaddafi tauchte alsbald in Libyen die Frage auf, was mit dem Leichnam des Diktators und seines Sohnes Mutassim machen? Der Nationale Übergangsrat, als legitime Interimsregierung, wollte auf jeden Fall eine Wallfahrtstätte für Anhänger Gadaffis verhindern. Wie nun ein Sprecher des Übergangsrates bestätigte, wurden die Leichen an einem geheimen Ort in der Wüste begraben.

Die Familie Gaddafis wollte den Leichnam Gaddafis überstellt bekommen, sie hatten die Absicht, ihn in seiner Heimatstadt Siirte zu begraben. Die Zeremonie zum Begräbnis wird geheimgehalten, nur wenige Verwandte und offizielle Vertreter, sowie islamische Geistliche, sollen anwesend gewesen sein. Fest steht nur, dass Gaddafi am heutigen Dienstag unter die Erde gebracht wurde. Wie der derzeitige Informationsminister Libyens, Mahmoud Shammam, soll das Begräbnis nach islamischer Tradition erfolgt sein.

Doch eine Fatwa, ein islamisches Gutachten, gab die Anweisung raus, Gaddafi außerhalb eines Friedhofs zu bestatten, zudem wurde die Geheimhaltung der Stätte religiös abgesegnet. Am Donnerstag wurden Gaddafi, sein Sohn Mutassim und der ehemalige Verteidigungsminister Libyens, Abu Bakr Younis Jabr , nach der Einnahme Siirtes durch die Rebellen erschossen, die offizielle und zweifelhafte Darstellung lautet, Gaddafi sei auf der Flucht erschossen worden.

Mit der Bestattung des Leichnams Gaddafis versucht die Übergangsregierung ein politisches Minenfeld zu umschiffen, eine Wallfahrtstätte soll vermieden werden. Noch soll eine Untersuchungskommission die Umstände des Todes von Gaddafi klären, sagt der Vorsitzende des Übergangsrates Mustafa Abdul Jalil, unbestätigten Meldungen zufolge soll Gaddafi einen Kopfschuss erlitten haben, was auf eine gezielte Tötung hinweisen könnte.



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