Newsticker

Limburger Bischof Tebartz-van Elst beim Papst empfangen

Der umstrittene Limburger Bischof, Franz-Peter Tebartz-van Elst wurde am Montag im Vatikan von Papst Franziskus im Rahmen einer Privataudienz empfangen. Zunächst hieß es, ein persönliches Aufeinandertreffen zwischen dem Papst und dem Limburger Bischof sei eher unwahrscheinlich. Doch am Montagvormittag wurde Tebartz-van Elst für eine etwa halbstündige persönliche Audienz beim Papst vorgelassen.

Über den Inhalt des Gesprächs wurde wie bei Privataudienzen üblich, Stillschweigen vereinbart. Kirchenkreise vermeldeten im Nachhinein, dass der Papst über den Sachverhalt gut informiert gewesen sei und es ein ausgezeichnetes Gespräch gegeben habe. Vermutungen, dass der Papst den Limburger Bischof möglicherweise von seinem Bistum abberufen könnte, schienen sich nach ersten Verlautbarungen nicht zu bestätigen.

Auch Kölner Kardinal Meisner war beim Papst

Ein Sprecher von Tebartz-van Elst teilte nach der Privataudienz lediglich mit, dass der Bischof dankbar für die “sehr ermutigende Begegnung“ mit dem Papst gewesen sei. Zuvor war der Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, bei einer Privataudienz mit Papst Franziskus vorgelassen worden. Auch in dem Gespräch mit Kardinal Meisner dürfte es um den Limburger Bischof gegangen sein. Das Bistum Limburg ist Teil der Kirchenprovinz Köln. Noch vor wenigen Wochen unterstützte Meisner den Limburger Bischof. Zwischenzeitlich geht jedoch auch Meisner auf Distanz zu Tebartz-van Elst. Papst Franziskus hingegen gilt als nicht beratungsresistent und ist dafür bekannt, dass er sich vor Personalentscheidungen möglichst umfassend von vielen Beteiligten Ratschläge und Eindrücke einholt.

Limburger Bischof Tebartz-van Elst mehrfach in der Kritik

Tebartz-van Elst wird vorgeworfen, immens gestiegenen Baukosten für seine Bischofssitz verschwiegen zu haben. Zwischenzeitlich werden Baukosten in Höhe von mindestens 31 Millionen Euro angenommen. Einige Quellen sprechen sogar von bis zu 40 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat zwischenzeitlich einen Strafbefehl beantragt. Demnach soll Tebartz-van Elst über einen Erste-Klasse-Flug nach Indien eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben haben. Im Vatikan wird der beantragte Strafbefehl mindestens genau so problematisch gesehen wie die Baukosten der Residenz für den Bischof. Der Papst will aber offenbar vor einer möglichen Abberufung Tebartz-van Elst den Bericht der Kontrollkommission abwarten.

Rückkehr nach Limburg völlig offen

Ob Tebartz-van Elst noch nach Limburg zurückkehren wird oder nicht, bleibt indes völlig offen. Derweil können sich auch enge Freunde des Limburger Bischofs nicht mehr vorstellen, dass es für Tebartz-van Elst einen vertrauensvollen Neuanfang in seinem Bistum geben könnte. Derweil wird bekannt, dass es in den Bistümern offenbar mehr verstecktes Geld gibt, als bislang der Öffentlichkeit bekannt war. Papst Franziskus indes scheint seine Sichtweise der Dinge im Rahmen einer Messe kund getan zu haben. So predigte er im vatikanischen Gästehaus Santa Marta den Kampf gegen Geldgier und Habsucht. Zudem rief der Papst zu einem bescheidenen Lebensstil auf. “Der Weg Gottes“ ist gekennzeichnet durch Armut und Bescheidenheit, so der Papst.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.