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Lothar Matthäus- Das Leben des Loddars, endlich im Fernsehen

Lothar Herbert Matthäus hat sich verdient gemacht, zum einem sind seine Leistungen im Fußball zu nennen, nun endlich aber auch seine Leistungen im Fernsehen, der Loddar zeigt seine intimsten Seiten, nur eben keine Duschszenen oder Betthüpferlszenen. Die Doku-Soap auf Vox soll den Rekordnationalspieler auf seinen täglichen Gängen begleiten, da machen sich schon viele Medienvertreter lustig über den Loddar, der doch nichts weiter will als eine Top-Mannschaft zu trainieren. Nach seinem Engagement in der bulgarischen Nationalmannschaft will sich Loddar von seiner Schoko-Seite zeigen, noch wurde keine einzige Sekunde ausgestrahlt, da sind sich alle Medien einig, das kann nichts werden mit seiner Empfehlung via Doku-Soap.

Der Loddar als Fußballer- da war die Welt noch in Ordnung

Als 18 jähriger Fußballspieler hat Loddar bei Mönchengladbach anno 1979 seine unnachahmliche Fußballkarriere gestartet, dabei blieb Loddar bodenständig und beendete erst seine Ausbildung als Raumausstatter; so viel Weitsicht wünschte man sich heute von einigen Jungspielern. Schnell wurde Matthäus für die deutsche Nationalauswahl nominiert, bis 1984 nahm er schon an drei großen Turnieren teil (EM 1980 Italien, WM 1982 Spanien, EM 1984 Frankreich). 1984 wechselte Loddar nach Bayern München, für damals unglaubliche 2,4 Millionen Mark, diese Investition lohnte sich für Bayern, man gewann die Meisterschaft 1985, 1986 und 1987 (und einen DFB-Pokal 1986). Auch in der Nationalmannschaft gelang dem Loddar sein Durchbruch, auf der WM 1986 schied man erst im Finale gegen Argentinien aus, Loddar erhielt die denkbar undankbare Aufgabe Maradonna zu decken. 1988 wechselte Loddar für 8,4 Millionen Mark nach Inter Mailand, dort gewann er zusammen mit Andreas Brehme die italienische Meisterschaft. Nicht zu Unrecht galt er neben Maradonna als bester Spieler der damals stärksten Liga der Welt. Nach der EM-Teilnahme 1988 in Deutschland führte Loddar die deutsche Nationalauswahl 1990 in Italien zur Weltmeisterschaft (mit vier Toren), in der Folge erhielt er die Auszeichnung als Weltfußballer. Die EM 1992 in Schweden musste er aufgrund einer Verletzung absagen, auch sein Wechsel zu Juventus Turin scheiterte daran. Doch 1992 wechselte er erneut zu den Bayern, hier gewann er auf seiner Position als Libero die Meisterschaft 1994. Die WM 1994 in den USA verlief nicht so gut, zur EM 1996 in England nahm ihn Berti Vogts gar nicht mit. Zur WM 1998 in Frankreich, dank einer Kampagne von BILD und co, war er wieder an Bord, mit 25 WM-Spielen hält Loddar einen weiteren Rekord. Mit 38 Lenzen führte er die Bayern 1999 erneut zur Meisterschaft und wurde zum Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt. Sein Wechsel zu Metro Stars ließ seine Karriere angemessen ausklingen. Im Laufe seiner Karriere gewann Loddar sieben deutsche Meisterschaften, eine italienische Meisterschaft, zwei DFB-Pokale und einen UEFA-Cup, eine WM und eine EM (1980).

Der Loddar als Trainer- die Abstiegssaga beginnt

Seine erste Trainerstation bei Rapid Wien verlief wenig erfolgreich, man trennte sich hässlich und im Streit. Partizan Belgrad, seine nächste Trainerstation, war schon besser, er führte die Mannschaft zur nationalen Meisterschaft und in die Champions League. Als Nationaltrainer von Ungarn scheiterte Loddar kläglich, sein Intermezzo in der brasilianischen Liga bei Atletico Paranaense liess seinen Stern rapide sinken, nach 30 Tagen als Trainer trat er von seinem Posten zurück (familäre Gründe angegeben). Bei Red Bull Salzburg versuchte er sich an der Seite von Giovanni Trappatoni als Co-Trainer, musste aber auch hier aufgrund Meinungsdifferenzen die Mannschaft verlassen. Nach einer weiteren Station bei Maccabi Netanya in Israel versuchte sich Loddar erneut als Nationaltrainer, diesmal in Bulgarien. Hier versuchte er die Nationalauswahl in die EM 2012 zu führen, scheiterte aber erneut.

Der Loddar als gefundenes Fressen für Revolverblätter

Abseits des Fußballgeschehens machte Loddar mehr Schlagzeilen mit seinem Privatleben, als mit seiner Tätigkeit als Fußballtrainer. Der vierfach geschiedene Loddar hat sich als Person der Öffentlichkeit auch redlich bemüht, sich als Fressen der Revolverblätter zu etablieren. Insbesondere die On-Off-Beziehung mit der so genannten Liliana (bürgerlich Kristina Liliana T.) wurde breit und ausführlich in den Medien durchgekaut. Sicherlich hat er sich das Meiste selber zuzuschreiben, doch in einer bürgerlichen Demokratie bleibt es Menschen frei, ihre Persönlichkeitsentfaltung frei ausleben zu dürfen. Und insbesondere Fußballer scheinen Frauen anzuziehen, die gelinde gesagt die Öffentlichkeit nicht scheuen. Auf der anderen Seite muss man anerkennen, dass Loddar mehr Menschen zu Brot und Lohn verholfen hat, als manche Niederlassung der Arbeitsagentur, so gesehen betreibt Loddar (und andere Fußballer) aktive und sinnvolle Arbeitsmarktpolitik, oder scheint es plausibel, dass „Liliana“ es aus eigener Kraft geschafft hätte, die Kulturlandschaft in Deutschland zu bereichern? Wovon sonst sollen „Taff“, „Bunte“, „Bild“ und co. leben, wenn nicht von den „Verfehlungen“ Loddars ? Und die Konsumenten dieser Medien gieren geradezu danach, Angebot und Nachfrage scheinen bei Loddar ausgewogen zu sein. Deswegen bricht AsentaNews an dieser Stelle eine Lanze für Lotthar Matthäus, wir empfehlen den Konsum der Doku-Soap über Matthäus. Wenn eine Katzenberger eine eigene Show verdient hat, deren einzige Leistung darin besteht, Augenbrauen am Haaransatz tätowieren zu lassen, warum dann nicht Loddar, der zu mindestens seine Knochen für den Fußball hingehalten hat ? Wir wünschen dem Loddar, also Lothar Matthäus, gutes Gelingen beim Verfeuern seiner Karriere auf dem TV-Altar, hoffentlich wird es amüsant.



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