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Lübecker Staatsanwaltschaft: Ermittlungen gegen Ingenieur wegen Volksverhetzung

Ein Ingenieur für Schweißtechnik hetzt im Internet gegen Migranten. Die Lübecker Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den aus Grinau bei Lübeck stammenden Mann. Der Ingenieur hatte in den letzten Jahren mehrere Hundert Videos auf You Tube veröffentlicht, auf denen unter anderem eine Asiatin vor dem KZ Auschwitz mit den untermalten Worten „Bye, Bye“ dargestellt wurde.

Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt

Der Ingenieur habe laut dem Vorwurf mit seinem selbst gebauten Gogomobil bei Fahrten durch Lübeck, den Kreis Lauenburg und Stormarn gefilmt und diese Fahrten mit der ersten Strophe des Deutschlandliedes oder aber auch Gewehrschüssen untermalt. In einem anderen Video soll ein Dönerladen gefilmt worden sein. Dieser sei mit den Worten „Früher waren sie Ziegenhirten, heute haben sie Dönerläden“ untermalt. Zudem ist in der Mitte ein Fadenkreuz zu sehen. Ein Lübecker Psychologe erstattete jetzt Anzeige wegen Volksverhetzung gegen den Ingenieur. Einige der Videos scheinen indes bereits gelöscht worden zu sein. Auf der Homepage seiner Firma verweist der Ingenieur zudem darauf hin, dass unbedingt der Quelltext für neue Informationen gelesen werden soll. Scheinbar wurden darin nun aber die neuesten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eingebaut, denn im Quelltext auf der Homepage des Ingenieurs findet sich ein Hinweis, dass alles angeblich Satire sei.

Skuriler und rechtsradikal anmutender Internetauftritt

Dabei weist die Homepage, also der Firmenauftritt bereits die Farben der Reichskriegsflagge ebenso auf wie eindeutige Aussagen wie „Fertigung und Montagen mit zuverlässigen Fachkräften einheimischer Herkunft und Art“. Zudem wird auf die „nordische Herkunft“ des Firmeninhabers abgestellt. Auf der Homepage wird unter anderem auch der ehemalige britische Premierminister als Kriegsverbrecher bezeichnet. Ein seriöser Firmenauftritt jenseits von Satire sieht jedenfalls anders aus. Der Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Klaus-Dieter Schultz, versprach indes sämtliche Videos auf den Straftatbestand der Volksverhetzung zu überprüfen. Der Ingenieur indes bezeichnet seine Videos und seinen Internetauftritt als Parodie. Gleichwohl findet sich an einer Stelle im verborgenen Quelltext der Internetseite der Aufruf: „Dringend solvente Sponsoren gesucht. Keine Bettler und Fragesteller“. Ob dies auch Satire darstellt, ist indes unbekannt. Ebenfalls unbekannt ist der Zweck des Sponsorings. Auch diese verborgene und öffentlich nicht sichtbare Nachricht wirft Fragen auf.



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