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Managergehälter bald gedeckelt?

Die deutsche Wirtschaft will sich scheinbar selbst Regelungen zur Deckelung von Managergehältern auferlegen. Einige Mitglieder der Kommission für gute Unternehmensführung haben einen Brief an die Aufsichtsräte der 30 DAX-Unternehmen geschrieben, in dem die Begrenzung von Managergehältern gefordert wurde. Dies berichtet das Handelsblatt.

Festlegung des Geahlts soll weiterhin beim Aufsichtsrat liegen

Der Brief schränkt die Forderung jedoch dahingehend ein, als dass die Festlegung der Höhe der Vergütung und die Beurteilungsmaßstäbe für die Angemessenheit weiterhin bei den Aufsichtsräten liegen sollen. Gleichsam weisen die Verfasser des Briefes darauf hin, dass die Politik handeln würde, wenn die Wirtschaft nicht selbst Handlungsrichtlinien aufstellen wird.

In den letzten Wochen legten viele Unternehmen die Geschäftsberichte für das letzte Jahr vor. Darin sind auch die Gehaltszahlungen an die Vorstände und Aufsichtsräte dokumentiert.

VW-Vorsitzender Winterkorn: 2011 rund 16,6 Millionen Euro Gehalt bezogen

So hatte beispielsweise der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn im Jahr 2011 ein Gehalt von 16,6 Millionen Euro bezogen. Peter Löscher, Siemens-Chef erhielt rund 8,7 Millionen Euro.

Brief nur Schadensbegrenzung?

Angesichts des Tenors des Briefes, dass die Manager ihre Gehälter deckeln sollten, bevor es die Politik macht, erhält der Brief jedoch einen faden Beigeschmack. Mag man auf den ersten Blick an einen moralischen Appell glauben, so entpuppt sich der Brief insgeheim scheinbar eher als Absicherung vorhandener Pfründe.

Wie sonst könnte der Hinweis auf die sonst stattfindende Handlung der Politik erklärt werden? Letztlich geht es wohl vielmehr um Schadensbegrenzung auf hohem Niveau, denn um wahre Gehälterbegrenzung, zumindest wird der Anschein durch den Wortlaut des Briefes erweckt.



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