Gesundheit

Metabolisches Syndrom – das tödliche Quartett

Eine erste jetzt definierte Kombination eigentlich bekannter Symptome hat einen gemeinsamen totbringenden Namen bekommen.

Es ist eine Genmutation, die Blutdruck, Störungen im Fettstoffwechsel, Insulinresistenz sowie Fettleibigkeit zum „tödlichen Quartett“ vereint.

Gemeint ist damit das in Fachkreisen unter der Bezeichnung bekannte „metabolisches Syndrom“. Eine Genmutation konnte nun von Wissenschaftlern als Ursache ausfindig gemacht werden.

Das „tötliche Quartet“: vier tödliche Krankheiten auf einmal

Wer unter dieser gefahrvollen Kombination leidet, der lebt in dem gesteigerten Risiko für Herzerkrankungen. Es verblüfft selbst die medizinischen Fachkreise, dass bei vielen Menschen gleich alle vier dieser Störungen parallel auftreten.

Da die möglichen Folgen so dramatische Ereignisse wie ein Schlaganfall seien können nennen Ärzte diese Risikofaktoren bisweilen auch das „tödliche Quartett“. Das sind natürlich keine echte Diagnose und auch kein Fachterminus. Der Fachbegriff dazu lautet „metabolisches Syndrom“.

Iranische und US-Wissenschaftler identifizieren Genmutation

Es waren amerikanische und iranische Wissenschaftler, die jetzt ein Gen ausfindig machen konnten, dessen Mutation mit dem Auftreten dieses metabolischen Syndroms in Verbindung gebracht werden, bzw. damit korreliert.

Arya Mani von der Yale University in New Haven nebst seinen Co-Autoren vom Department of Pharmacology, der Azad University und dem Genetics Research Center in Teheran, berichteten darüber die in der US-Fachzeitschrift „Science“. Es ist dem Anschein nach ein kurzes Teilstück auf dem Chromosom 12p, dem dabei eine zentrale Rolle zukommt.

Tatsächlich ist die Ursache ein einzelner Defekt auf dem Gen „LRP6″. Doch so, wie ein einzelner Schraubendreher im Getriebe einen Ozeanriesen ausbremsen kann, so hat dieser Defekt vielfältige Auswirkungen auf diverse Gewebe und Organe im Körper des Menschen.

Entdeckung macht Prävention und Behandlung möglich

Diese Entdeckung gibt natürlich Anlass zur Hoffnung darauf, dass das die Grundlage auf dem Weg zu Prävention und Heilung des Syndroms sein kann. Die Fachwelt spricht in diesem Zusammenhang (noch) nicht von einer Gentherapie, doch scheint es, dass die Entdeckung eine langfristige Option zur nachhaltigen Therapie sein kann.

Metabolisches Syndrom bislang ohne Definition per ICD-Code

Das Überraschende daran war, dass die Mediziner bislang ihren Fokus eher auf die Einzelrisiken gerichtet hatten. Eine international akzeptierte Definition via ICD-Code, „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“ gibt es für das metabolische Syndrom fast folgerichtig bis heute nicht.

Für die nahe Zukunft ist hier jedoch ein Gentest absolut denkbar. Damit könnte sich schon sehr früh eine Neigung zum „metabolischen Syndrom“ offenbaren und ein rechtzeitiges medizinisches, präventives oder therapeutisches Intervenieren ermöglichen. Selbst die gezielten Veränderungen in eine entsprechende Lebensweise zur Senkung der Risiken wären dann möglich.

Bauchfett und Blutdruck verraten Neigung zum tödlichen Quartett

Fettdepots im Bauchraum verraten sich im allgemeinen durch einen gesteigerten Taillenumfang. Sie sind stoffwechselaktiv und haben eine negative Wirkung auf innere Organe. Der Risikobereich- per Definition durch die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) so benannt – beginnt ab 94 Zentimetern bei den männlichen Patienten und bei 80 Zentimetern bei den weiblichen Patienten.

Wenn der Blutdruck die 130/85 mmHg übersteigt, ist der zweite Risikofaktor gefunden. Die Leber meldet sich über die Serumtriglyzeride ab einem Wert von mehr als 150 Milligramm pro Deziliter. Von Bluthochdruck sind laut aktueller Studie auch Patienten mit Parodontitis.

Manager vom metabolischen Syndrom besonders gefährdet

Auffallend ist, dass statistisch jede zweite deutsche Führungskraft übergewichtig ist. Dazu kommen gesteigerte Zucker- und Insulinwerte sowie schlechte Cholesterinwerte und ein hoher Blutdruck. In Summe bedeutet das bei diese Häufung, dass der Gesundheitszustand vieler Manager in Deutschland zur wirklichen Sorge Anlass gibt.

Viele Manager sind vor diesem Hintergrund schlicht krank. Die meisten wissen das allerdings nicht einmal. Zu diesen Ergebnissen kam eine exklusive Studie des Handelsblatts. Das lässt die Arbeitgeber seit einiger Zeit handeln. Sie schicken ihre Manager zu medizinischen Check-ups und in Anti-Stress-Kurse und erhoffen sich eine Minimierung des Gefahrenpotenzials.



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