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Microsoft kauft AOL-Patente für eine Milliarde Dollar

Microsoft hat insgesamt über 800 Patente vom einstigen Internet-Pionier AOL für 1,06 Milliarden Dollar aufgekauft, damit versuche Microsoft sich im so genannten Patentkrieg besser gegen Konkurrenten zu positionieren. AOL hingegen erhält auf die verkauften Patente Lizenzen.

Weiterhin erhält Microsoft Lizenzen für die 300 Patente die im Besitz von AOL verbleiben werden. Aktionäre von AOL jubelten nach der Bekanntgabe, die Aktie von AOL gewann 8,48 Dollar oder in Relation, sie legte um 46,04 % zu. Die Aktie von Microsoft gab in den USA um 0,56 % nach.

Patente aufkaufen um vor Gericht bestehen zu können

Mehrere IT-Riesen, wie Google, Microsoft oder Intel, haben in den vergangenen Monaten Patente aufgekauft, um den so genannten Krieg der Smartphonehersteller vor diversen Gerichten weltweit besser bestehen zu können.

Der Verkauf der Patente soll bis Ende 2012 abgewickelt werden. Der Verkauf wird in Bar abgewickelt. AOL will eigenen Angaben zufolge einen Großteil der Einahmen aus dem Verkauf der Patente an die Aktionäre ausschütten.

Die Patente schützen insbesondere technische Lösungen in der elektronischen Suche, bei der Platzierung von Werbungen und andere Bereiche. Mit dem Kauf des Patent-Katalogs versucht sich Microsoft stärker zu positionieren. Schon zuvor kamen Gerüchte auf, dass der Erzrivale Google Motorola Mobility nur wegen der Patente aufgekauft habe.

Microsoft gegen Google/Motorola, und andersherum

Die europäische Kommission hat ein Verfahren gegen Motorola Mobility eröffnet, der Vorwurf lautet, dass Motorola den Zugang zu gewissen Standards bei einer Video-Kompressionssoftware erheblich erschwere und damit den Wettbewerb verzerre. Klage hatten unter Anderem Apple und Microsoft erhoben.

Weiterhin scheint Microsoft den Verkauf des Razr-Smartphone gerichtlich untersagen zu wollen, demnach verletze Motorola ein Geschmacksmuster von Microsoft in der Menüführung.

Auch Apple strengte ein Verfahren vor einem Gericht gegen Motorola Mobilty an, so soll das so genannte slide-to-unlock (Wischgeste zur Entsperrung) mit einem Patent geschützt gewesen sein, Motorola wird in die Revision gehen.

Die Verfahren enden meist mit dem Beschluss der diversen Gerichte, die beanstandeten Produkte aus dem Verkauf auszuschließen. Deswegen scheint Microsoft seine Zentrale der Software Entwicklung in die Niederlande verlegt zu haben.

AOL hat durch den Verkauf der Patente an Microsoft den Druck der Großaktionäre etwas gemildert zu haben, Microsoft hingegen rüstet sich gegen weitere Klagen, eine Win-Win Situation für die unternehmen, aber für den Verbraucher vielleicht weniger.

 



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