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Microsoft: Surface RT entwickelt sich zum Ladenhüter

Microsoft hat mit der Entwicklung seines neuen Betriebssystems Windows 8 ursprünglich vorgehabt, Windows fit für die Tablet-Ära zu machen.

Dabei sollte insbesondere das eigens entwickelte Tablet Surface RT helfen.

Surface RT kann offenbar nur schlecht gegen  iPad und Android-Tablets bestehen

Anders als gehofft, entwickelt sich das Surface jedoch zunehmend zu einem Ladenhüter. Zunehmend leidet das Geschäft mit Desktop-Computern. Immer mehr Nutzer gehen dazu über, Laptops, Smartphones und Tablet-PCs zu nutzen. Dieser Trend lässt sich zunehmend an den Unternehmensbilanzen der Computerhersteller ablesen.

Auch Microsoft bekommt diese Entwicklung zunehmend in der Unternehmensbilanz zu spüren. So sank der Gewinn der Windows-Sparte im letzten Quartal auf rund 1,1 Milliarden US-Dollar. Allein die stolze Summe von 900 Millionen US-Dollar wurde auf das Surface RT abgeschrieben. Ersten Erkenntnissen nach verkauft sich das Surface RT schlechter als von Experten erwartet.

Insbesondere kann das Microsoft-Tablet offenbar nicht gegen das iPad von Apple sowie die zahlreichen Android-Tablets bestehen. Um auf die schlechten Verkaufsbilanzen reagieren zu können, senkte Microsoft die Preise für die Surface-RT-Tablets zum Teil deutlich. Als Reaktion auf das schleppende Geschäft sank die Aktie von Microsoft im nachbörslichen Handel um über sechs Prozentpunkte.

 Microsoft von sinkenden PC-Absatzmarkt zunehmend betroffen

Zunächst konnte Microsoft die zunehmenden Absatzprobleme auf dem Desktop-PC-Markt ohne größere Verluste überstehen. Nun aber räumt das Unternehmen ein, von den sinkenden Verkaufszahlen betroffen zu sein. Dies gilt insbesondere deshalb, weil nahezu jeder neu verkaufte Desktop-Computer und Laptop mit dem Betriebssystem von Microsoft ausgestattet ist.

Wie die neue Finanzchefin von Microsoft, Amy Hood, mitteilt, gebe es aber eine “weiterhin starke Nachfrage nach Angeboten für Firmenkunden und die Cloud“. Aus diesem Grunde konnte Microsoft im letzten Geschäftsquartal (dieses geht von April bis Juni) den Unternehmensumsatz um rund 10 Prozent auf 19,9 Milliarden US-Dollar erhöhen.

Microsoft: Office-Sparte besonders gewinnbringend

Der Gewinn summierte sich damit auf 5,0 Milliarden US-Dollar. Noch vor einem Jahr hatte Microsoft aufgrund einer Abschreibung auf die neu hinzugekaufte Online-Firma Aquantive einen Verlust in Höhe von 500 Millionen US-Dollar hinnehmen müssen. Insbesondere die Office- Programme und die Software für Server sorgen dabei für gute Umsätze.

Auch konnten die Verluste in der Xbox-Sparte zurückgeschraubt werden. Im Bereich der mobilen Telefonie konnte Microsoft seine Einnahmen auf 222 Millionen US-Dollar erhöhen. Wie die Marktforschungsunternehmen Gartner und IDC errechnet haben, sank die Auslieferung von Desktop-PCs im letzten Quartal um rund 11 Prozentpunkte. Damit dümpelt der PC-Markt bereits das fünfte Quartal in Folge dahin.

Microsoft hofft nun, durch Einführung des neuen Betriebssystems Windows 8.1 Marktanteile auch im Bereich der Tablet-PCs gutzumachen. Insbesondere hatten zahlreiche Nutzer den so genannten Start-Button bei Windows 8 vermisst. Dies dürfte nicht zuletzt einer der Gründe dafür gewesen sein, warum das neue Windows so schlecht angenommen wurde. Ob der Surface-Tablet-Verkauf jedoch dadurch angekurbelt wird, bleibt abzuwarten.



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