Versicherung & Vorsorge

Milliardenüberschüsse der gesetzlichen Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen konnten im ersten Halbjahr 2013 rund 1,2 Milliarden Euro an Überschüssen erwirtschaften. Die Rücklagen, die die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt gebildet haben, belaufen sich derzeit auf rund 29 Milliarden Euro. Die Zahlen beruhen auf einem Bericht der “ Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die sich ihrerseits auf Berechnungen der Kassenverbände beruft.

Einige Krankenkassen versuchten offenbar unliebsame Versicherte loszuwerden

Trotz des Überschusses gibt es bei einigen gesetzlichen Krankenkassen offenbar Bestrebungen, chronisch kranke Versicherte und ältere Versicherte aus den Krankenkassen zu drängen. Diesen Schluss lässt der Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes zu. Demnach sollen einzelne Krankenkassen versucht haben Ihnen zu teure und unliebsame Versicherte loszuwerden. Im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 2013 nahm der Überschuss der gesetzlichen Krankenkassen um rund 50 Prozent zu. Gegenüber dem ersten Halbjahr des Jahres 2012 hat sich der Überschuss jedoch um nahezu die Hälfte reduziert.

AOK konnte besonders hohe Überschüsse erzielen

Besonders positiv schnitten demnach die allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) ab. Diese konnten offenbar Überschüsse in Höhe von 600 Millionen Euro erwirtschaften. Allein die AOK beherbergt rund ein Drittel der bei den gesetzlichen Krankenversicherung Versicherten. Auch bei den allgemeinen Ortskrankenkassen hat sich der Überschuss nahezu halbiert. Dies bezieht sich jedoch nicht auf das erste Halbjahr des vergangenen Jahres, sondern auf das erste Quartal 2013. Insbesondere die zunehmenden Ausgaben werden als Grund für die Reduzierung des Überschusses benannt. Experten gehen derweil davon aus, dass der Überschuss in naher Zukunft weiter reduziert wird. Demgegenüber konnten die Betriebskrankenkassen im ersten Halbjahr 2013 lediglich einen Überschuss von rund 200 Millionen Euro erzielen. Die Innungskrankenkassen konnten einen Überschuss von 150 Million Euro erreichen und die Knappschaft verbuchte einen Überschuss in Höhe von 77 Millionen Euro. Die Ersatzkassen verbuchten einen Überschuss in Höhe von 134 Millionen Euro.

Für 2014 werden deutlich sinkende Überschüsse prognostiziert

Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2014 die Überschüsse kräftig sinken werden. Als Grund werden deutliche Anstiege bei den Arzneimittel-Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen genannt. Demnach rechnen Experten für das kommende Jahr mit einem Anstieg der Ausgaben in Höhe von sechs Prozent auf rund 31, 8 Milliarden Euro. In den Jahren 2011 bis 2012 konnten die Arzneimittelausgaben hingegen stabil gehalten werden. Nächsten Jahr fällt jedoch der Zwangsrabatt weg, der seit dem Jahr 2010 für die Pharmaindustrie gilt.

Zwangsrabatt für Arzneimittel fällt 2014 weg

Der Zwangsrabatt zwingt die Arzneimittelhersteller dazu, den Krankenkassen auf jedes verkaufte Medikament einen Preisnachlass in Höhe von 16 Prozent zu gewähren. Zuvor waren es lediglich sechs Prozent. Allein durch diese Regelung konnten die Krankenkassen pro Jahr rund 1,4 Milliarden Euro einsparen. Fraglich bleibt jedoch, inwieweit sich die zukünftige Gesundheitspolitik nach den Bundestagswahlen grundlegend ändern wird. Insofern sind die derzeitigen Zahlen lediglich als Momentaufnahme zu verstehen.



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