Finanzen & Recht

Quartalszahlen: Deutsche Bank mit Milliardenverlust in Bilanz

Im vierten Quartal erlitt die Deutsche Bank einen Verlust in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Die geht aus den Quartalszahlen im Geschäftsbericht hervor.

Schuld daran sind Prozesskosten sowie gesunkene Kreditbewertungen, wie sich aus Zahlen, die am Sonntagabend von der Bank veröffentlicht wurden, herauskristallisiert hat.

Zu diesem Verlust sollen außerdem die Kosten für das Sparprogramm beigetragen haben. Im Jahr 2012 musste das Institut bereits einen Verlust in Höhe von 3,2 Milliarden Euro hinnehmen.

Bilanz / Quartalszahlen 2014: Deutsche Bank enttäuscht Analysten

Die Deutsche Bank konnte 2013 einen Gewinn von 2,1 Milliarden Euro erzielen. Analysten hatten einen deutlich höheren Betrag erwartet. Nach einem Minus von 16 Prozent im Abschlussquartal sanken die Erträge um 5 Prozent auf 31,9 Milliarden Euro.

Dass sich die derzeit schlechte Lage des Instituts bessern wird, ist bisher noch nicht in Sicht, wie die Vorstandschefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain in einer Mitteilung verkündeten. 2014 sei für die Deutsche Bank ein Jahr mit weiteren Herausforderungen und disziplinierten Bewältigungen, hieß es. Die für 2015 gesetzten Ziele sollen dabei weiter eingehalten werden.

Vorzeitige Überprüfung der Bilanzen

Ende letzter Woche konnte man bereits erahnen, dass die Zahlen der Deutschen Bank negativ ausfallen würden. Das Wall Street Journal Deutschland berichtete am Freitagabend, dass das Institut seine Bilanzen für das vierte Quartal vorzeitig überprüfen werde, weil der Markt zu hohe Erwartungen stelle. Analysten waren sich sicher, dass die Bank mit hohen Rechtskosten zu rechnen hat. Dass der Verlust jedoch so hoch ausfällt, damit hatte niemand gerechnet.

Bricht das Investmentbanking der Deutschen Bank das Genick?

Für die schwachen Erträge des Instituts sollen verschiedene Gründe verantwortlich sein. So auch das Investmentbanking – eine der ursprünglich besten Verdienstmöglichkeiten der Deutschen Bank. Durch das Investmentbanking sollen auch die hohen Prozesskosten entstanden sein. Das schwache Anleihen-Geschäft aus dem vierten Quartal machte der Bank zusätzlich einen Strich durch die Rechnung.

Bereits in der Vergangenheit machte das Anleihen-Geschäft der Deutschen Bank Sorgen. Nachdem die US-Notenbank im Frühsommer Anleger auf einen Ausstieg aus der laxen Geldpolitik vorbereitete, ging es mit diesem Geschäftszweig bergab. Ein weiteres Problem waren die festverzinslichen Gelder sowie die Währungen.

Zwei Milliarden Euro Verlust innerhalb weniger Wochen

Kurz vor Jahresende musste die Deutsche Bank Zahlungen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro leisten, und das innerhalb von wenigen Wochen.

Das Geldhaus musste für den größten Hypothekenstreit in den USA eine Summe in Höhe von 1,4 Milliarden Euro bezahlen. Für die Manipulation von Referenzzinssätzen wurden in Brüssel Anfang Dezember noch einmal 725 Millionen Euro fällig. Ein Zahlungsende ist jedoch immer noch nicht in Sicht. Die Deutsche Bank hat mit weiteren Prozesskosten zu rechnen, unter anderem für den bereits mehr als zehn Jahre langen Kirch-Streit.

Deutsche Bank suspendierte Händler

Im dritten Quartal hatte das Institut ebenfalls starke Gewinnverluste, durch die Zahlung für Prozesskosten, zu verzeichnen. Möglicherweise muss die Bank zudem mit weiteren Strafen für die Manipulationen von Währungskursen rechnen. In der letzten Woche hatte die Deutsche Bank aus diesem Grund mehrere Händler suspendiert.



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