Versicherung & Vorsorge

Mindestrente: Regierung hofft auf Riester-Sparen

Die sogenannte „Lebensleistungsrente“ soll die Betroffenen vor der Altersarmut schützen. Allerdings weisen die Bedingungen hierzu einen Haken auf. Rund 1,8 Millionen Geringverdiener können die Beiträge für die private Vorsorge nicht aufbringen und sind deshalb von der „Lebensleistungsrente“ ausgeschlossen.

Die Koalition indes hat wohl mit der Mindestrente, die sie gerne als „Lebensleistungsrente“ bezeichnet, nur diejenigen im Blick, die auch für sich selbst privat vorsorgen können. Vielen Geringverdienern reicht das Geld bereits jetzt kaum, um über die Runden zu kommen, private Vorsorge ist da unmöglich.

Zudem kritisieren Experten, dass die Mindestrente je nach Wohngegend nur einen Satz aufweist, der geringfügig über der Grundleistung des Sozialamtes liegt. Demnach erhalten Empfänger der sogenannten Mindestrente einen Betrag als Rente ausbezahlt, in Höhe von 650 bis 800 Euro. So würde beispielsweise ein Münchener Rentner mehr Mindestrente erhalten als ein Rentner in Herne oder Gelsenkirchen.

Mindestrente soll nur 10 bis 15 Euro über der Grundsicherung liegen

Die Regierung indes will auf die Grundsicherung zwischen 10 bis 15 Euro oben drauflegen und verkauft dieses dann als „Lebensleistungsrente“. Um in den Genuss der 10 bis 15 Euro über dem Satz liegenden Mindestrente zu gelangen, muss ein Arbeitnehmer privat vorsorgen. Da viele Menschen jedoch keinen Cent am Monatsende übrig behalten, sind diese Geringverdiener von der Mindestrente ausgeschlossen. Der Alterungssicherungsbericht sagt aus, dass gerade Geringverdiener am wenigsten für die eigene private Vorsorge sparen. Gutverdiener indes sparen zu 86 Prozent auch privat für die eigene Vorsorge im Alter.

42 Prozent der Geringverdiener ohne jegliche private Vorsorge

Demgegenüber stehen 42 Prozent der Geringverdiener ohne Vorsorgemittel. Viele der Geringverdiener können weder mit einer Betriebsrente noch mit einer halbwegs überlebensfähigen „Lebensleistungsrente“ rechnen. Zudem wird seitens der Experten kritisiert, dass der Rentenversicherung keine Daten über die private Vorsorge vorliegen würden. Die Regierung indes kann sich offenbar nicht vorstellen, warum ein Geringverdiener nicht in der Lage sein soll, mindestens 5 Euro im Monat zu sparen, um sich dadurch ein vielfaches an staatlichen Zuwendungen zu sichern. Entgegen des Wunsches der Bundesregierung brach die Zahl der im ersten Halbjahr 2012 vermittelten Riester-Sparverträge um 200000 Neuverträge gegenüber dem Vorbetrachtungszeitraum ein.

Bestimmte Berufe sorgen besonders wenig für die eigene Zukunft vor

Insofern dürfte bezweifelt werden, ob zehn bis 15 Euro mehr an Mindestrente gegenüber der Grundsicherung als Anreiz dienen kann, in der Gegenwart für eine ungewisse Zukunft vorzusparen. Der Alterssicherungsbericht indes macht die mangelnde Vorsorge als Problem unterschiedlicher Gesellschaftsschichten aus. Demnach legen acht von zehn Akademikern Gelder für die eigene Vorsorge an, aber nur fünf von zehn Personen ohne einen Berufsabschluss. Insbesondere im Gesundheitswesen, im Handel und der Gastronomie finden sich nach früheren Untersuchungen zufolge die meisten Berufe mit den wenigsten privatenVorsorgern.



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