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Mobilfunk-Anbieter: Geldstrafe für 1&1, Vodafone und O2

Den Mobilfunk-Anbietern 1&1, Vodafone und O2 wurde von der Bundesnetzagentur eine Geldstrafe auferlegt.

Tausende Kunden hatten Beschwerde eingereicht, weil die Unternehmen sie beim Anbieterwechsel zu lange mit dem Telefonanschluss haben warten lassen.

Das Verfahren gegen die Telekom läuft derzeit noch.

75.000 Euro Strafe

Insgesamt müssen die Mobilfunk-Anbieter 225.000 Euro bezahlen. 1&1, Vodafone und O2 sollen jeweils eine Geldbuße in Höhe von 75.000 Euro bezahlen.

Die Bundesnetzagentur greift hart durch und möchte dadurch erwirken, dass Kunden in Zukunft nicht mehr zu lange auf ihren Telefonanschluss warten müssen, wenn sie einen Anbieterwechsel durchführen.

Viele Kunden scheuen sich vor dem Wechsel zu einem anderen Mobilfunk-Anbieter, weil sie befürchten, plötzlich ohne Telefonanschluss auskommen zu müssen. Wie das jüngste Beispiel bewiesen hat, haben sie damit scheinbar nicht ganz unrecht.

Bußgeldbescheide teilweise bestätigt

Vodafone und O2 haben bereits bestätigt, einen Bußgeldbescheid erhalten zu haben. 1&1 hat sich dazu bisher noch nicht geäußert.

Bußgeldverfahren gegen Telekom bereits eingeleitet

Die Deutsche Telekom gilt als Marktführer. Bisher wurde gegen das Unternehmen noch keine Geldstrafe verhängt. Ein Bußgeldverfahren wurde jedoch bereits eingeleitet.

Anbieter haben gesetzliche Pflichten verletzt

Jochen Hamann, der Präsident der Bundesnetzagentur, erklärte, dass die genannten Anbieter wiederholt ihre gesetzlichen Pflichten beim Anbieterwechsel verletzt hätten. Die Verbraucher hatten dadurch längere Versorgungsunterbrechungen und waren dementsprechend damit verbundenen Belastungen ausgesetzt. Dies sei ein Zustand, der nicht akzeptiert werden könne.

Was sagen die Mobilfunk-Anbieter?

Eine Sprecherin des O2-Mutterkonzerns Telefonica erklärte, dass die Verstöße bereits ein Jahr zurück legen. In dieser Zeit habe man viel unternommen, um die Prozesse beim Anbieterwechsel zu beschleunigen.

Die Sprecherin wollte nicht bekannt geben, ob Telefonica Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen wird.

Ein Vodafone-Sprecher erklärte, dass es sich lediglich um Einzelfälle handle und ein möglicher Einspruch derzeit überprüft werde.

Jährlich wechseln drei Millionen Kunden

Die Deutsche Telekom hat bereits bestätigt, dass ein Bußgeldverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet worden sei.

Ein Sprecher der Telekom kritisierte die Vorgehensweise der Bundesnetzagentur. Jährlich gebe es über drei Millionen Anbieterwechsel in Mobilfunk und Festnetz. Die meisten würden dabei ohne Probleme abgewickelt, hieß es.

Der Schritt der Bundesagentur sei nicht nachvollziehbar, da die Telekom gemeinsam mit ihren Wettbewerbern daran arbeite, die Anbieterwechsel zu beschleunigen, sagte der Sprecher.

20.000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur eingegangen

Kunden, die beim Anbieterwechsel länger als einen Tag auf ihr Telefon verzichten müssen, können bei der Bundesnetzagentur Beschwerde einreichen.

Homann erklärte, dass man dann auf die im Einzelfall betroffenen Unternehmen zugehen würde, um einen zügigen und erfolgreichen Abschluss des Anbieterwechsels zu erreichen.

Im Zeitraum von Mai 2012 bis August 2013 sollen, laut Angaben des Sprechers, 20.000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur eingegangen sein. 70 Prozent aller Beschwerden teilten sich auf die vier Unternehmen auf.

Unterbrechung darf nur einen Kalendertag andauern

Homann betonte, dass die Unterbrechung beim Anbieterwechsel nicht länger dauern dürfe als einen Kalendertag. Bei länger anhaltenden Verzögerungen werde nicht nur der neue Anbieter vom Gesetzgeber in seine Pflicht genommen, sondern auch der alte Anbieter.

Bußgeldobergrenze bei Verstößen

Laut der Bundesnetzagentur liegt die gesetzliche Bußgeldobergrenze, bei Verstößen gegen die gesetzlichen Regelungen zum Anbieterwechsel, bei jeweils 100.000 Euro.

Da sich die betroffenen Mobilfunk-Anbieter branchenübergreifend bemühen und sich an der Verbesserung des Wechselprozesses beteiligen, wurde den Unternehmen eine geringere Geldstrafe auferlegt.

Die Geldbußen sind bisher noch nicht rechtskräftig.



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