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München: Stadt spart dank Linux Millionenbeträge

Nachdem Freiburg im Breisgau zurück zu Microsoft Office gegangen ist, hat das“ LiMux-Projekt“ in der Sitzung des IT-Ausschusses des Münchner Stadtrates Einsparungen in Höhe von 10 Millionen EURO, im Gegensatz zu einer Lösung mit Microsoft-Produkten, präsentiert. Nachdem im Jahr 2003 der technische Support für Windows NT 4 durch Microsoft eingestellt wurde, musste sich die Stadt München entscheiden, welches Betriebssystem sie zukünftig in der Stadtverwaltung einsetzen will. Die Stadt entschied sich nicht für das Betriebssystem “ Windows“, sondern für Linux.

Open-Office statt MS-Office

München verfügt heute über 11.000 Arbeitsplätze mit insgesamt 15.000 Desktop-PCs, die mit dem freien Betriebssystem Linux funktionieren und mit der Open-Office-Suite ausgestattet sind. Obwohl hierzu eine Menge an Konvertierungstätigkeiten seitens der Systemadministratoren der Stadtverwaltung München vorgenommen werden mussten, erweisen sich die Vorteile gegenüber dem Windows-Betriebssystem und der MS-Office-Suite als eindeutig.

Gegenüber der Microsoft-Variante spart die Stadt München demnach 10 Millionen EURO. Wäre Windows als Betriebssystem zum Einsatz gelangt und Open-Office als Office-Suite, so wären immerhin noch Einsparung von 7,1 Millionen EUR möglich gewesen. Die Differenz ergibt sich aus den eingesparten Lizenzkosten.

Grundlage für die Berechnung war das Betriebssystem“ Windows 7“. Für die reine Microsoft-Lösung hätten 11,6 Millionen EURO bezahlt werden müssen. Hiervon wären 2,6 Million EUR auf Lizenzen und Aktualisierung seitens Windows entfallen. 4,2 Millionen EURO wären auf die Microsoft-Office-Lösung entfallen. Durch Hardware-Upgrade auf Windows 7 hätten weitere 5 Millionen gezahlt werden müssen. Wäre Open-Office auf Windows zum Einsatz gelangt, wären immer noch Kosten in Höhe von 7,4 Millionen EUR angefallen.

Linux-Lösung kostet lediglich 702.000 EUR

Die Linux-Lösung hat demgegenüber lediglich Kosten von 702.000 EUR verursacht, davon entfielen allein 500.000 EUR auf die Umstellung von Makros und anderen Spezialanwendungen. Proprietäre Software-Lizenzen schlugen demgegenüber lediglich mit 41.000 EUR zu Buche. Inklusive Schulungsmaßnahmen hätte eine reine Windows-Lösung 34 Millionen EURO gekostet, eine Open-Office-Lösung mit Windows als Betriebssystem immerhin noch 30 Millionen EUR.

LVM-Versicherung und französischen Nationalversammlung setzen auf Ubuntu

Die Linux-Lösung kostet demgegenüber nur 23 Millionen EURO. München verwendet als Betriebssystem-Grundlage nunmehr Debian. Neben der Stadt München setzt unter anderem auch die LVM-Versicherung Linux als Betriebssystem ein. Das Versicherungsunternehmen verwendet Ubuntu in der Version 10.04.

Auch die französische Nationalversammlung und die französische Gendarmerie verwenden Ubuntu statt Windows. Langfristig könnten diese Modelle Schule machen und Windows als Betriebssystem hinsichtlich der Kosten entbehrlich machen.

Da zudem immer mehr Unternehmen die Einsparmöglichkeiten hinsichtlich der Lizenzkosten spüren, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Microsoft für sich und seinen Betriebssystem eine andere Finanzierungsgrundlage entdeckt. Ähnlich verfährt das Unternehmen Canonical, Herausgeber des Linux-Betriebssystems Ubuntu. Dieses nutzt Kooperationen mit Amazon sowie Musik-Anbietern, um Einnahmen über das kostenlos verfügbare Betriebssystem zu generieren.

 



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