Gesundheit

Nach Operation bei Grauem Star keine Brille mehr nötig

Bei einem Grauen Star ist in jedem Fall eine Operation erforderlich.

Bei dieser Augenerkrankung verhärten und trüben sich die Augenlinsen.

Nach der Operation brauchen die meisten Betroffenen keine Brille mehr.

Mit zunehmendem Alter lässt die Sehkraft nach

Vielen Menschen fällt es mit zunehmendem Alter schwerer Dinge genau zu erkennen. Grund dafür ist oftmals eine Trübung der Augenlinse. Durch diese wird eine punktgenaue Abbildung auf der Netzhaut des Betroffenen verhindert.

Augenlinsen können sich verfärben

Die Augenlinsen sind für gewöhnlich kristallklar. Mit zunehmendem Alter können sie sich verfärben und werden gräulich.

In der Antike glaubte man, dass wenn man in die Augen von Menschen mit getrübten Augenlinsen blicke, man sehen könne, wie die inneren Körpersubstanzen des Betroffenen herabfließen.

Auch die Betroffenen erklärten ihre geringere Sehschärfe als würden sie durch einen herabstürzenden Wasserfall blicken.

Grauer Star tritt häufig im Alter auf

Von einem Grauen Star spricht man, wenn sich die Augenlinsen verhärten und trüben. Diese Augenerkrankung tritt häufig bei Menschen im Alter von 60 oder 70 Jahren auf.

Laut Professor Thomas Kohnen, dem Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Universität Frankfurt, führt ein verlangsamter Stoffwechsel im Alter zu einer Veränderung der Linseneiweiße. Dadurch wird die Lichtdurchlässigkeit der Augenlinse vermindert, die wiederum zu einer Streuung statt zu einer Bündelung der einfallenden Lichtstrahlen führen.

Die Eintrübung der Linse würde dadurch eine punktgenaue Abbildung auf der Netzhaut verhindern, erklärte er.

Linsentrübungen treten nur selten bei jüngeren Menschen auf

In seltenen Fällen sind auch jüngere Menschen von Linseneintrübungen betroffen. Meist sind sie die Folge einer stumpfen oder scharfen Verletzung des Auges.

Ein Schlag aufs Auge könne die Entwicklung eines grauen Stars beschleunigen. Aber auch Stoffwechselerkrankungen, Durchblutungsstörungen oder die Langzeiteinnahme von Medikamenten wie Kortison, können das Risiko für einen Grauen Star begünstigen, erklärte Amir-Mobarez Parasta, Ärztlicher Leiter am Augenzentrum München.

In Ausnahmefällen sei der Graue Star angeboren, hieß es weiter.

Sehschärfe lässt langsam nach

Die Sehschärfe verschwindet für gewöhnlich nicht von heute auf morgen. Laut Parasta komme es zunächst zu einer schlechteren Sicht in der Dunkelheit, einer erhöhten Blendeempfindlichkeit und einem größeren Lichtbedarf beim Lesen.

Im späteren Verlauf könne es zu verringertem Kontrastsehen, gestörtem Farbensehen und Doppelsehen von Konturen kommen. Im Laufe der Zeit würde der Grauschleier immer dichter.

Grauer Star wird meist spät bemerkt

Laut Parasta gewöhnen sich die Augen an die geringere Sehschärfe. Viele Menschen bemerken die Sehminderung aus diesem Grund erst, wenn der Graue Star bereits fortgeschritten ist.

Linseneintrübung nur durch Operation behandelbar

Die Linseneintrübung ist nur durch eine Operation behandelbar. Hierbei wird eine künstliche Linse implantiert, erklärte Kohnen. Mit Medikamenten ließe sich der Graue Star nicht heilen.

Den Zeitpunkt der Operationen sprechen Augenärzte gemeinsam mit den Patienten ab. Der Zeitpunkt sei für gewöhnlich davon abhängig, wie stark der Patient in seiner Sehstärke eingeschränkt ist, sagte Kaweh Schayan-Araghi vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Veränderung der Brillenstärke hilft im Frühstadium

Im Frühstadium könne durch eine Veränderung der Brillenstärke eine Verbesserung der Sehleistung erzielt werden, die jedoch nur vorübergehend ist.

Grauer Star ist kein akuter Notfall. Die Operation könne aus diesem Grund auch ein bis zwei Jahre nach der Diagnose erfolgen, ohne ein erhöhtes Risiko, zu erblinden, eingehen zu müssen. Nach diesem Zeitpunkt wird die Linse noch trüber und härter, wodurch die für gewöhnlich unkomplizierte Operation erschwert werden könnte.

600.000 Operationen jährlich

In Deutschland werden jährlich 600.000 sogenannte Kartarakt-Operationen durchgeführt. Sie kann unter örtlicher Betäubung mit Hilfe von speziellen Augentropfen durchgeführt werden. Eine Betäubungsspritze sei hierfür nicht nötig, erklärte Kohnen. Nach etwa 15 Minuten sei der Eingriff beendet. Eine Woche später würde das zweite Auge behandelt.

Standardmäßig werden sogenannte Monofokallinsen eingesetzt. In der Ferne oder Nähe müsse in diesem Fall noch eine Brille getragen werden. Multifokallinsen ermöglichen ein besseres Sehen im Nah- und Fernbereich. Zudem können mit Hilfe dieser speziellen Linsen auch Hornhautverkrümmungen korrigiert werden, sodass eine Brille überflüssig werde.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.