Politik

NSA-Spionage: Dishfire sammelt 200 Millionen SMS täglich

Seit der Snowden-Enthüllung muss sich die NSA immer wieder gegen neue Spionage-Vorwürfe wehren.

Nunmehr unter anderem dagegen, dass gemäß Informationen bis zu 200 Millionen SMS täglich gesammelt werden.

Der NSA-Skandal nimmt kein Ende. Erst Anfang der Woche wurde mit dem Artikel NSA: Spionage-Attacke, auch wenn man offline ist über das Spähprogramm des US-Geheimdienstes berichtet.

Regelmäßige neue Meldungen ziehen die Schlinge um den US-Geheimdienst immer enger. So nun auch die neueste Information, dass der US-Nachrichtendienst bis zu 200 Millionen SMS-Nachrichten pro Tag sammelt. Dies ist einem Zeitungsbericht zu entnehmen.

NSA-Spionage: „Guardian“ deckt auf

Unter Berufung auf ein Dokument, welches aus dem Jahre 2011 stammt, kann sich die britische Zeitung „Guardian“ auf eben diese Vorwürfe stützen. Das Dokument selbst erhielt das Blatt von Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden.

Das Programm, welches seitens der NSA hier genutzt wird, nennt sich „Dishfire“. Wahllos wird dadurch alles gesammelt, was gesammelt werden kann. Papiere des britischen NSA-Partnerdienstes GCHQ bestätigen dies. So geben die gesammelten Daten unter anderem Auskunft über Finanz-Transaktionen, Adressbücher und auch über den Standort der Person selber.

Dishfire als Kommunikations-Krake

Neben den oben genannten Punkten können auch Nachrichten von entgangenen Anrufen mit Hilfe von „Dishfire“ abgefangen werden. So kann der Bekanntenkreis des Nutzers perfekt eingegrenzt werden. Bereits vor kurzem wurde das Programm ”DROPOUTJEEP” als Backdoor für das Apple iPhone bekannt, mit dem sich alle iPhone der Welt zu einer Wanze umwandeln lassen.

Über fünf Millionen solcher Nachrichten werden so täglich aufgeschnappt. Auch dies bestätigen die zugespielten Papiere. Ein Verweis auf 1,6 Millionen registrierte Roaming-Nachrichten auf Grenzübertritte war hier ebenfalls zu finden.

Auch britischer Dienst GCHQ hat Zugriff auf die Daten

Äußert pikant ist auch, dass der britische Dienst GCHQ ebenfalls Zugriff auf diese gesammelten Daten haben soll, um die mit Informationen zu den britischen Bürgern abgleichen zu können.

Die „Guardian“ bestätigt einmal mehr, dass es sich bei den Enthüllungs-Dokumenten um Mitteilungen handelt, die aus dem Fundus des Informanten Edward Snowden stammten.

Sie wurden 2012 von einer Seite heruntergeladen, auf der es auch Anleitungen zum „Dishfire“-System gab, die für GCHQ Mitarbeiter gedacht waren. Es kann auch bestätigt werden, dass das System zu dieser Zeit im aktiven Einsatz gewesen sei.

Die NSA wehrt sich gegen erneute Vorwürfe

Die NSA ließ durch ihre Sprecherin verlauten, dass hier keinesfalls der Eindruck erweckt werden solle, als würden die Daten ohne Verdacht und auch unkontrolliert gesammelt werden. So würden die Fähigkeiten von „Dishfire“ lediglich gegen Aufklärungsziele eingesetzt.

Einmal mehr wird somit der Rede des US-Präsidenten Barack Obama am heutigen Tage entgegengeblickt. Dieser möchte unter anderem Stellung zu dem NSA-Spähprogramm nehmen und auch Korrekturen an diesem bekanntgeben.

Dabei geht es ihm natürlich auch darum, zu den Verbündeten wieder Vertrauen aufzubauen. Gemäß Informationen soll er bereits am gestrigen Tage den britischen Premier David Cameron unterrichtet haben.

Der Anti-Terror-Kampf soll trotzdem aufrecht erhalten bleiben

Trotz aller Hoffnung, die in die Rede von Barack Obama gesetzt wird, teilte er bereits mit, dass wichtige Entscheidungen eindeutig dem Kongress überlassen bleiben. Dabei will er einerseits die Empörung, die sich weltweit über das NSA-Spähprogramm breit gemacht hat, eindämmen, will aber andererseits auch den effektiven Anti-Terror-Kampf nicht im Wege stehen.

Dieser soll weiterhin aufrecht erhalten bleiben, das heißt, die NSA darf auch weiterhin sein Spähprogramm nutzen. In welchem Ausmaß, ist noch nicht bekannt.



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