Wissenschaft

NASA: Erster Planet im Doppelstern-System entdeckt

Einen zweifachen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang gibt es nur in Filmen wie Star Wars (Planet Tatooine)? Falsch gelegen, wie nun Bilder des Weltraumteleskops Kepler der NASA beweisen, demnach hat die US-Raumfahrtbehörde erstmals einen Planeten in einem Doppelstern-System ausfindig gemacht. Der kalte und unwirtliche Gasriese ist dabei nicht einmal weit entfernt, lediglich 200 Lichtjahre von unserem Planeten entfernt wurde der Exoplanet auf den Namen Kepler-16b getauft. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden auch im renommierten Fachmagazin Science veröffentlicht.

Exoplaneten werden in letzter Zeit häufiger entdeckt weil man sie gezielter sucht. Schon hunderte von Planeten wurden gefunden und benannt, auch das Weltraumteleskop Kepler nutzt das kurzzeitige Flackern wenn ein Planet vor seine Sonne tritt. Der Leiter der Kepler-Mission William Borucki gab seiner Hoffnung Ausdruck, neue Planetenklassen aufdecken zu können, ferner würden Doppelstern-Systeme bessere Bedingungen für Leben aufweisen als einzelne Sterne. Schon seit Jahrzehnten sagte die Wissenschaft Planeten in Doppelstern-Systemen vorraus, nun wird diese These dank Kepler bewiesen.

An der Suche nach erdähnlichen Planeten in der so genannten habitablen Zone (in unserem Sonnensystem genau zwischen Venus und Mars), mit ausreichend Energie und flüssigem Wasser, beteiligt sich auch das Institut SETI in Kalifornien. Beide Institutionen wollen an die 150.000 Sternensysteme durchforsten um einen erdähnlichen Planeten zu finden, das Weltraumteleskop Kepler ist das Einzige seiner Art das dies momentan kann. Die nun untersuchten Sterne umkreisen sich gegenseitig, doch aus Sicht der Erde flackert ihr Licht auch dann wenn sie sich nicht gegenseitig überschatten, was auf ein drittes Objekt schließen lässt. Dieses umkreist in einer Laufbahn beide Sterne. Kepler-16b weist ungefähr die Größe von unserem Saturn auf und besteht zur Hälfte aus festem Gestein und Gas. Die Sterne sind wesentlich kleiner als unsere Sonne, was die habitable Zone deutlich schrumpfen lässt.

Das Kepler-Weltraumteleskop befindet sich 2009 im Weltraum und untersucht insbesondere so genannte Exoplaneten. Als Besonderheit befindet sich das Teleskop nicht im Erdorbit, sondern umkreist unsere Sonne in einer erdähnlichen Laufbahn. Bislang hat Kepler (benannt nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler 1571-1630) 1235 Planetenkandidaten aufgefunden, davon fünf in Erdgröße und in einer möglichen habitablen Zone (Stand Februar 2011).



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